E*THIRTEEN TRS Race 9-46 Kassette – Praxiserfahrungen: von c_g

Vor gut 1 ½ Monaten haben wir euch die beiden Testprodukte der US-Marke E*THIRTEEN vorgestellt. Zur TRS+ Dropper-Stütze hat MiMü euch ja schon von seinen ersten Eindrücken berichtet, jetzt bin ich dran euch ein wenig zu meinen Erfahrungen zur TRS Race Kassette zu berichten. Das spannende an der 11-fach Kassette ist ja deren Übersetzungsbandbreite von 511 %, noch mehr als die SRAM Eagle, die mit ihren 500 % die 1-fach Kategorie angeführt hat.

Die E*THIRTEEEN TRS Race Kassette bietet in ihren 11 Gängen satte 511 % Übersetzungsbandbreite.

Diesen Husarenstreich schafft die TRS Race aber nicht durch ein noch größeres Bergritzel, sondern durch ein besonders kleines Speed-Ritzel mit gerade mal 9 Zähnen. Nach oben hin recht die Kassette bis 46 Zähne. Weil das noch kleiner ist als es mit einem klassischen Klemmring möglich wäre, arbeitetet die TRS Race Kassette, wie auch die anderen E*THIRTEEEN Kassetten, mit einer findigen 2-teiligen Konstruktion der Kassette – die oberen 3-Ritzel aus Alu werden als eine Einheit auf den XD-Freilauf gesteckt, daran mit einem speziellen Klemmring befestigt und darauf das unteren Cluster aus 8 Ritzeln (Stahl) befestigt. Das genau Prozedere zur Montage könnt ihr im Testintro oder auf der E*THIRTEEEN Webseite noch mal ansehen.

Vorher mit einer SRAM 1×12 Eagle ausgestattet, bin ich das Saturn-11 für diesen Test 11-fach gefahren.

Beachtlich ist auch das exzellente Gewicht der Kassette von gerade mal 303 g – satte 50 g leichter als die leichteste SRAM Eagle Kassette! Ich bin die E*THIRTEEN TRS Race Kassette von Anfang an auf dem NICOLAI Saturn-11 gefahren, ein Bike, das original mit der SRAM Eagle 1×12 ausgestattet war und das sich deswegen hervorragend für den Vergleich angeboten hat. Zuerst gilt es allerdings sich zu überlegen wie man die neue Übersetzung am besten nutzen will, denn wer einfach nur die Schaltung und Kassette austauscht, die Kettenblattgröße der Eagle aber unverändert lässt, gewinnt lediglich an schnellen Gängen.

Mit der TRS Race Kassette und dem kleinsten 9-Zahn Ritzen kann man sehr gut kleinere Kettenblätter fahren.

Gegenüber des vorher verbauten 32-Zahn Kettenblattes galt es also ein kleineres Kettenblatt zu wählen. Der Schritt auf 30 Zähne käme der bisherigen Übersetzung zwar am nächsten, weil ich aber kein derartiges Ritzel im Fundus hatte und auch SRAM keines auf Lager hatte, habe ich mir ein SRAM 28-Zahn X-Sync Direct-Mount-Ritzel aus Stahl ans Bike geschraubt (mit einem VK von gerade mal 20.- Euro ohnehin ein spannendes Upgrade für alle Tourenbiker und Vielfahrer). Im Übersetzungsverhältnis hatte ich so immer noch ein maximales Übersetzungsverhältnis von 3,0/1 (gegenüber 3,2/1 bei der Eagle mit 32er Kettenblatt), dafür aber eine super Berguntersetzung von 0,6 (gegenüber 0,64 bei der Eagle mit 32t).

Und wie fährt sich die E*THIRTEEN TRS Race Kassette auf dem Trail?

Was die Schaltperformance auf dem Trail angeht, kann ich bisher fast nur Positives berichten. Wäre nicht eine etwas höhere Geräuschkulisse beim Schalten – die E*13 Kassette wirkt hier einfach weniger „smooth“ – ließen sich die SRAM Eagle und die SRAM E*THIRTEEN Schaltung wahrscheinlich gar nicht unterscheiden. Am Anfang des Tests gab es sls einzige Auffälligkeit hin und wieder bei großen Gangsprüngen unter Last ein kurzes Durchrutschen der Kette. Das lag aber an einem nicht ganz optimal eingestellten Schaltwerk. Mit ein wenig Feinseinstellung war auch dieses Thema keines mehr und die Schaltung blieb bislang rundum präzise und sorglos.

In dem witterungstechnisch nicht immer zu freundlichen Herbst hat der Antrieb so manche Schlammpackung verabreicht bekommen und auch hier konnte ich keine ungewöhnlichen Einbußen in der Schaltperformance feststellen. Erwartungsgemäß hat mir das befahren steile Uphills mit der leichten Übersetzung noch mehr Spaß gemacht. Mit einem so kletterfreudigen Bike wie dem Saturn-11 konnte ich so mittlerweile einige tolle Tourenerlebnisse sammeln.

Eine noch größere Übersetzungsbandbreite als bei Eagle, aber mit nur 11 Gängen? Meinen Erfahrungen nach funktioniert die TSR Race einwandfrei.

Im Bezug auf die Gangsprünge, bzw. die Gangabstufung war ich wirklich gespannt, wie ich mit 511% Übersetzungsbandbreite in „nur“ 11 Gängen zurecht kommen würde. Doch anstatt immer wieder nach Zwischengängen zu suchen, bin ich von der ersten Ausfahrt an optimal mit der von E*THIRTEEN vorgegebenen Abstufung zurecht gekommen. Die Abstufung mit nach oben hin immer größer werdenden Sprüngen ist wirklich sehr smart gewählt. IN den schnellen Gängen, in denen man sehr empfindlich auf die Kadenz achtet, sind die Sprünge sehr klein und oben hinaus, wo man am Berg alles gibt, werden sie zwar größer, aber immer so, dass man immer einen passenden Anschlussgang findet. Um ganz ehrlich zu sein, hab eich das Thema sehr schnell aus dem Auge verloren, weil sich die Abstufungen so natürlich fahren, das ich bisher nie den 12ten Gang der SRAM Eagle vermisst hätte. Wirklich bemerkenswert!

 

Während ich den damaligen Test der E*THIRTEEN TRS+ Kassette (9-44 Zähne) mit einer SHIMANO XTR Schaltung durchgeführt habe, war es bei diesem Test eine SRAM XO1 Schaltung. Was die erforderliche Kapazität angeht gab es mit beiden keinerlei Probleme.In den oberen Bildern sieht man die Schaltwerkstellung m kleinsten und im größten Gang.

Auch was den Verschleiß angeht, schlägt sich die TRS Race bemerkenswert gut. Nach gut 1 ½ Monaten im Einsatz erkennt man an den drei Aluritzeln zwar oberflächlich ein wenig Abrieb der schwarzen Eloxierung, aber echte Abnutzungserscheinungen sind noch kaum welche zu verzeichnen. Die unteren 8 Stahlritzel der Kassette sehen bis auf die Verschmutzungen sogar noch aus wie neu. Beachtlich und sehr positiv für ein Verschleißteil, das immerhin 369.- Euro kostet.
Eine interessante Beobachtung am Rande ist, dass ich mit dem 32er Kettenblatt doch öfter aufgesessen bin – etwas, das mir mit dem 28er Kettenblatt deutlich seltener passiert ist – siehe Bild unten. Gerade für technische Touren in alpinem Gelände ein nicht zu verachtender Vorteil.

Zusammenfassung: Die E*THIRTEEN TRS Race Kassette bietet einiges an spannenden Details: Mit gerade mal 303 g ist sie die derzeit leichteste Wide-Range-Kassette auf dem Markt, mit ihrer 9-46 Abstufung hat sie eine Übersetzungsbandbreite von immerhin 511 % und damit mehr als die 12-fach SRAM Eagle. Der zweiteilige Aufbau macht beim Ein und Ausbau zwar ein wenig mehr Mühe, dafür ist das System aber sehr haltbar, und muss, wenn erforderlich, nicht ganz ausgetauscht werden. Die Schaltvorgänge sind zwar nicht ganz so seidenweich wie mit der Original SRAM Kassette, aber dennoch stets sauber und präzise.

Die E*THIRTEEN TRS Race Kassette ist optisch und funktionell wirklich gelungen.

Nach 1 ½ Monaten im Einsatz hat mich die E*THIRTEEN TRS Race Kassette wirklich überzeugt. Wer die größtmögliche Übersetzungsbandbreite sucht und eine hochwertige und noch gut funktionierende 11-fach Schaltung sein Eigen nennt, der findet hier zu moderaten Kosten ein wirklich sinnvolles Upgrade. Solange keine anderen Tests es erforderlich machen, werde ich die Kassette noch weiter fahren. Sollten noch unerwartete Auffälligkeiten auftreten, werde ich sie natürlich kommunizieren.

RIDE ON,
c_g

Ps: Für alle, denen es nicht auf 40 g Mehrgewicht ankommt, empfiehlt sich die 9-46 TRS+ Kassette, die aufgrund etwas geringeren Herstellungsaufwandes mit 259.- Euro sogar noch empfehlenswerter erscheint.