E*THIRTEEN TRS 29er Enduroreifen – Testfazit: von c_g

Was schon wieder 1 ½ Monate die ich mit den E*THIRTEEN TRS 29er Enduroreifen unterwegs bin? Wow, da ist die Zeit aber verflogen! Wie dem auch sei, es ist an der Zeit mit den Reifen zu einem Fazit zu kommen.

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Wer sich die Spezifikationen und Details der Reifen noch mal zu Gemüte führen will, kann das im Testintro machen. Wie dort schon geschrieben glänzen die E*THIRTEEN TRS Reifen mit ausgezeichneten Tubeless-Eigenschaften und lassen sich ausgesprochen leicht tubeless-aufpumpen. Mit 61 mm auf der AC Felge sind die 2,35er bereits ordentlich voluminös.

14 E*THIRTEEN TRS ReifenAuf den anfangs noch sehr weichen und oft schlammigen und mit nassen Wurzeln gespickten Trails konnte die Reifenkombi aus weicherem Vorderreifen (TRS Race) und schneller rollendem Hinterreifen (TRS Plus) mich auf Anhieb begeistern. Was die Traktion und den Grip angeht, würde ich die Kombi jederzeit in die Riege gleich fähiger Reifen wie den CONTI „Der Baron Projekt 2.4“ oder die SCHWLABE Magic Mary setzen. Nasse Wurzeln und auch wirklich rutschig tiefe Böden meistern die E*THIRTEEN Reifen mustergültig sicher und souverän. Wirklich beeindruckend und begeisternd.

Exterm gut gefallen hat mir wie sicher der E*THITREEN TRS Reifen sich in extremen Kurvenlagen verhält. 18 E*THIRTEEN TRS Reifen
In den meisten Fällen kann man einfach das Gas stehen lassen und sich darauf verlassen, dass die Reifen halten … und meistens tun sie das auch. Wenn ein Reifen aber doch mal ans Limit kommt, dann passiert das Ausbrechen fast immer zuerst am Hinterrad. So bleibt das Bike auch im Grenzbereich immer optimal kontrollierbar. Man kann dem durch eine aktive Gewichtsverlagerung entgegenwirken , aber wie ich das sehe und erlebt habe, ist das einfach eine zusätzliche Sicherheitsreserve, wenn man die Reifen einmal über Gebühren belasten sollte. Es ist nicht zu sagen welches Detail genau für die tolle Seitenführung verantwortlich ist, die großen Seitenstollen, deren spezielle Verformungsrillen, das Compound oder das Profil selber, aber alles in allem geht die Rechnung auf.

Während den Tagen in Kirchberg und ein paar alpinen Ausflügen konnte ich ihn auch auf schottrigem und felsigen Untergrund fahren und war genauso positiv angetan von seiner Performance. Auch hier gab es keine offensichtlichen Defizite.

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In Sachen Rollwiderstand sehe ich die Kombi ebenfalls in der Enduro-Klasse angesiedelt, wo Grip und Sicherheit klar vor Speed und Rollwiderstand kommen. Trotzdem finden die Reifen über das härtere Compound am Hinterrad und ihr überraschend weiches Abrollen einen aus meiner Sicht sehr guten Kompromiss, der sie auch für technischere Touren durchaus empfiehlt. Kein Alpencrossreifen, aber eben einer, den man dann wählt, wenn Traktion Trumpf ist.

Auch in der Selbstreinigung sind die E*THIRTEEN Reifen sehr gut und ohne Auffälligkeiten. Bisher hört es sich wie ein nahezu perfekter Enduroreifen an und das wäre auch mein Testfazit gewesen, wäre da nicht die kleine Schwäche, dass die E*THIRTEEN TRS Reifen spürbar besser mit breiten Felgen zurecht kommen. 17 E*THIRTEEN TRS ReifenOffiziell nennt E*THIRTEEN für die Reifen eine optimale Felgenbreite zwischen 24 und 31 mm, aber die Praxis zeigt, dass er mit der breiten AC Felge (29,3 mm Innenweite) deutlich besser funktioniert als auf den DT-SWISS Felge (24 mm Innenweite). Das ist nicht ungewöhnlich, meine bisherigen Erfahrungen haben mich gelehrt, dass die meisten 2,3 bis 2,4“ breiten Reifen auf einer 30 mm Felge besser funktionieren als auf einer schmäleren – der CONTI „Der Baron Projekt 2.4 ist bisher der einzige Reifen der hier die absolut identische Performance und das gleiche Handling an den Tag legt – aber eben wegen der offziellen Angaben hatte ich einen geringeren Unterschied erwartet.

Keine Sorge, wer den E*THIRTEEN TRS Reifen auf einer schmäleren Felge montiert bekommt keineswegs einen schlechten Reifen, er muss nur damit rechnen, dass der Reifendruck hier ebne deutlich höher gesetzt werden muss um das gleiche sichere Fahrverhalten zu bekommen … und 0,3 bis 0,4 bar mehr im Reifen machen durchaus einen echten Unterschied im Gelände, wenn es um die Traktion, die Dämpfung und den Komfort geht.

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Fazit: Was am Ende bleibt, ist ein sehr positiver Eindruck der E*THIRTEEN TRS Reifen als exzellente Endurroreifen auf vielfältigen Untergründen – von schlammig weich bis felsig macht er alles mit und zeigt nirgend echte Schwächen. Ein Reifen, der es locker mit der etablierten Konkurrenz aufnehmen kann. In Sachen Tubeless-Eigenschaften, Traktion und Seiteführung gehört er für mich damit zu den derzeit besten Enduro-Reifen in der 1-kg Klasse. Ein wirklich toller Reifen mit dem man nichts wirklich falsch macht. Wer das absolute Maximum aus den Reifen rausholen will, fährt sie am besten auf eher breiten Felgen.

RIDE ON,
c_g