USWE Patriot 15 Protektor-Rucksack – Intro: von c_g

Ein Rucksack ist eigentlich eine recht simple Sache – ein, wie auch immer gearteter Beutel mit zwei Schulterriemen und eventuell noch ein Hüftgurt. Eigentlich nicht viel und trotzdem gibt es hunderte von Variationen und Modellen allein für den Bikesport. Die junge schwedische Marke USWE SPORTS war aber mit den bestehenden Konzepten nicht zufrieden und hat sich ein neues 4-Punkte Tragesystem mit dem Namen „No Dancing Monkey Technology“ ausgedacht. Durch die Konstruktion sollen ungewollte Bewegungen des Rucksacks verhindert werden (der sogenannte „Dancing Monkey“) und gleichzeitig die Bewegungsfreiheit uneingeschränkt erhalten bleiben. Wir haben den einzigen Protektor-Rucksack im Sortiment, den USWE Patriot 15 zum Praxistest erhalten.

Das Protektor-Pack Patriot 15 von USWE ist unser nächstes Accessoire zum Test.

Bevor ich auf den Rucksack und dessen Aufteilung zu Sprechen komme, gleich ein paar Worte „No Dancing Monkey“ – Tragesystems. Statt konventioneller Schultergute arbeitet das System mit zwei stark vorgeformten Trägern, die über dem Brustbein mit einer großen Kunsttoffschnalle verbunden werden.

 

Das USWE hat ein eigenständiges Tragesystem mit dm Namen “No Dancing Monkey” – jeder der vier Gurte um den zentralen Knotenpunkt ist längenverstellbar und elastisch.

Diese große zentrale Schnalle verbindet die Träger zu einer Art X-Form und soll so deutlich mehr Bewegungsfreiheit bei gleichzeitig sicherem Sitz gewährleisten. Um den USWE anzupassen , lassen sich beide Träger sowohl unter wie auch über der Schnalle in ihrer Länge verstellen. Diese Verstellung erfolgt, über vier robuste Klettlaschen. Es gibt den Rucksack nur in einer Größe, aber durch das verstellbare Fragesystem soll es für Brustumfänge von ca. 84 bis 110 cm passen.
Wem das bereits ungewöhnlich vorkommt, wird sich noch viel mehr über die ins Tragesystem integrierten elastischen Elemente wundern. USWE nenn das “4-Point-Suspension“. Elastische Rucksackträger, die noch dazu mit Klett zusammengehalten werden? Ob das in der Praxis wirklich funktioniert? Als wäre das noch nicht ungewöhnlich genug, verzichtete selbst das Protektor-Pack Patriot auf eine zusätzliche Fixierung durch einen Hüftgurt. Ich bin wirklich gespannt ob der Rucksack so auch im Falle eines Sturzes noch sicher an Ort und Stelle bleibt, denn nur so kann er seine Protektorfunktion auch wirklich erfüllen. Wir werden sehen.

Im hinteren, großen Fach befindet sich die Protektorplatte, das Trinksystem und einige Netzfächer.

Insgesamt wirkt der Rucksack sehr hochwertig verarbeitet und hat neben dem Tragesystem auch einige andere erwähnenswerte Features.
Im der grundsätzlichen Aufteilung besteht das Pack aus drei Fächern. Das dem Rücken nächste ist das geräumigste. Hier ist auch die Protektorplatte und ein optionalen Trinksystem untergebracht, doch zu den beiden weiter unten noch mehr. Das Fach ist durch mit einen dreiseitig umlaufenden RV gut zugänglich. Dieses Fach bietet zusätzlich noch eine Reihe kleinerer Netztaschen, eine davon mit RV verschließbar. Ganz außen befindet sich ein etwas kleineres Fach für Werkzeuge und Ersatzteile. Auch hier ist die Zugänglichkeit durch einen 2-Wege-RV sehr gut und es gibt weitere kleinerer Netzfächer. Außerdem eine wasser-abweisende (nicht wasserdichte!) RV-Tasche für Dinge wie die Geldbörse, das Smartphone oder eine Kompaktkamera.

Richtig smart finde ich wie diese äußere Werzeugtasche dem Rucksack aufgesetzt ist und zwischen den beiden damit ein nach oben offenes, seitlich durch elastische Netzstoff-Keile gesichertes Einschubfach bildet – perfekt für den Halbschalenhelm oder nasse Kleidung. Durch zwei große Klickverschlüsse oben am Trägeransatz, die gleichzeitig als Kompressionsriemen dienen, wird der Inhalt des Schubfaches zusätztlich fixiert. Ein Fullface-Helm kann an zwei Gummibändern befestigt werden und für die Knie-/Ellbogen Protektoren gibt es zwei längenverstellbaren Riemen auf der Unterseite. Über eine Regenhülle oder zusätzliche Befestigungsmöglichkeiten oder externe Taschen verfügt der Patriot 15 nicht. Keep it clean and simple. Insgesamt wirkt der Patriot 15 mit seiner eng anliegenden Silhouette sehr schlicht und edel.

 

Mit seinem VK von 195.- Euro (inkl. der Protektorplatte und Trinksystem) ist der USWE Patriot 15 voll im Preisbereich vergleichbarer Bike-Packs. Neben dem Camouflage-Design gibt es den USWE Patriot 15 auch noch in einheitlich Rot und Schwarz.

Hier noch ein paar Infos zu den Zusatzfunktionen des USWE Patriot 15. Die bereits im Lieferumfang enthaltene Protektorplatte und das Trinksystem.

            

Die Protektorplatte des USWE Patrol 15 besteht aus visko-elastischem Schaum von SAS-TEC. Die Level-1 zertifizierte Protektorplatte (EN 1621-2:2014) erreicht zwar nicht ganz das Schutzniveau der starren EPS-Platten wie sie bei EVOC zum Einsatz kommen, ist dafür aber in der Lage mehrere Stöße abzudämpfen. Das Gewicht fällt mit 175 g sehr gering aus und durch die Elastizität des Materials bleibt der Tragekomfort unbeeinflusst.

Das USWE Trinkreservoir ist von HYDRAPAN gefertigt und besitzt eine zusätzliche Rippe in der Mitte, die das Ausbeulen reduziert.

Das Shape-Shift Trinkreservoir ist es aus auf alle Fälle wert auch noch kurz erwähnt zu werden. Es wird von HYDRAPAK speziell für USW gefertigte und hat zusätzlich zur klassischen 3 l Trinkblase noch einen internen, ZIP-Versteifungssteg, der die Vorder- und Rückseite mittig verbindet. Damit behält das Reservoir seine flache Form und beult kaum mehr aus. Zum Reinigen und Trockenen kann man den Steg in zwei Teile trennen und dann das Reservoir normal einfach umstülpen. Wer möchte kann dadurch auch das Trinkvolumen von 2,5 auf 3 l maximieren. Der Trinkschlauch mit tropffreier Plug’n Play Kupplung und dem 45° abgewinkelten, abschließbaren Trinkventil sind HYDRAPAK Klassiker und haben sich schon zig-fach in unseren Tests bewährt. Wie üblich kann man den Trinkschlauch auf beiden Seiten führen, aber interessanterweise kann am  USWE nur auf der linke Seite ein Schlauch-Clip befestigt werden.

 

Ich bin bereits fleißig mit dem USWE Patriot 15 auf den Trails unterwegs. Demnächst mehr dazu mit meinen Praxiseindrücken.

RIDE ON,
c_g