CUBE AMS 100 C:68 SLT 29 – Testintro: von c_g

CUBE AMS – eine bekannte Typenbzeichnung in einem komplett neuen Gewand. Ab Sofort in der SLT Topversion bei uns im Test.

Früher war die CUBE AMS Serie mit ihren unter dem Oberrohr liegenden Dämpfer die variabelste Gully-Plattform der deutschen Bikemarke CUBE. In Federwegen von 100 bis 150 mm hat man damit ein sehr breites Einsatzspektrum von XC bis Enduro abgedeckt. Dann kam das Stereo als neue Plattform hinzu und übernahm immer mehr Federwegsklassen. Heute ist vom AMS nur noch ein einzige Plattform übrig geblieben … und die wurde für 2017 komplett neu konstruiert: Das AMS 100 C:68 29, von dem wir ab sofort das auf das Kürzel SLT hörende Topmodell im Test haben.

 

Wie der Name schon sagt, stecken genau 100 mm Federweg im Heck. Das Bike ist damit klar auf XC-/Marathonfahrer ausgerichtet. Aktuell gibt es das neue AMS nur als Vollcarbonrahmen mit dem hochwertigsten, derzeit erhältlichen C:68 Fasermix der durch seine breiten verschränkten Faserlagen auf einen Faseranteil von extrem guten 68% kommen soll – das derzeitige Maximum in der Carbonverarbeitung.

Optisch und Ästhetisch ist der neue AMS 100 C:68 29 Rahmen, wie ich finde ein echter Leckerbissen. Seine dynamischen Rohrformen (am Oberrohr stark quer ovalisiert und rundlich, am Unterrohr mit großen Querschnitten und eher kantig) die schöne gerade Linienführung zwischen Oberrohr und Sitzstreben, die hinter Carbonblenden versteckten Drehpunkte am Dämpfer, die in vielen Bereichen offen liegende Carbonstruktur oder die dezente und doch kontrastreiche SLT-Lackierung – jedes Detail trägt dazu bei, dass das AMS 100 schon im Stand richtig schnell wirkt. Hier scheint alles konsequent auf maximalen Leichtbaus und eine hohe Steifigkeit getrimmt.

Auch was die Peripherie angeht ist alle zukunftssicher. Alle Leitungen verlaufen komplett internen im Hauptrahmen und im Hinterbau, der Rahmen ist Di2 kompatible und im Rahmen finden zwei große Flaschen Platz.  Ein Rahmengewicht zu dem edlen Rahmen wissen wir derzeit nicht, aber weil bereits unser Stereo 140 29er es schafft nur knapp über der 2 kg Schallmauer zu liegen würde ich etwas darunter annehmen. Sobald wir eine Info hierzu erhalten, tragen wir sie hier nach.

Bereits im Stand wirkt das CUBE AMS 100 C:68 SLT 29er sauschnell …

Und schnell will das AMS 100 C:68 SLT auf alle Fälle sein wie auch schon der begleitende Werbetext sagt:

Ambitionierte Racer verlangen nicht weniger als die beste Performance von sich und ihrem Bike. Genau deswegen haben wir das CUBE AMS 100 C:68 SLT 29 entwickelt. Es kombiniert unser brandneues Cross Country Race Chassis mit handverlesenen Komponenten von Fox und Sram zur ultimativen Rennmaschine. Sollte es ein noch schnelleres, leichteres, effizienteres und zuverlässigeres Cross Country-Racebike geben, dann würden wir es gerne kennenlernen.“

Aber das SLT Topmodell wartet natürlich nicht nur mit einem sehr hochwertigen und richtig schicken Carbonrahmen auf, auch die Ausstattung verdient in jedem Detail das Attribut “exklusiv”.

Auf den ersten Blick mag die Wahl einer SRAM XX1 11-fach Schaltung etwas antiquiert erscheinen, aber in Kombination mit einer RACE FACE Next SL G4 Kurbel (mit 34-Zahn Kettenblatt) stellt dieser Antrieb weiterhin noch die Spitzen an Leichtbau dar. Mit seiner 10-42 Kassette ist die Bandbreite zwar nicht so gigantisch wie mit einer SRAM Eagle, aber angesichts des Einsatzbereichs dürfte man mit 11-fach immer noch gut zurecht kommen. Mal sehen. Hinzu kommen die superleichte SRAM Level Ultimate Disc-Bremsen, zusammen mit den zweiteiligen Alu-/Stahl-Scheiben, vorne und hinten in 160 mm.

Bei den Federelementen des SLT vertraut CUBE ganz auf die edelsten FOX Federelemente – hinten ein Float DPS Factory  Remote Dämpfer und vorne die ultraleichte F32 Step Cast Factory Remote Federgabel. Diese dedizierte XC-Gabel hat ja bereits bei ihrer Vorstellung für einiges an Bewunderung gesorgt, denn 100 mm XC-Gabel schafft es durch ihre spezielle Konstruktion auch ohne Einsatz von Carbon auf ein superleichtes Gewicht von angeblich nur 1365 g. Durch die besonders schlanke Step-Cast Konstruktion nutzt die Gabel zwar den Boost Standard, hat aber trotzdem nr eine Reifenfreiheit von maximal 2,3“. Aber für eine derart hochkarätige Race-Maschine wie das AMS SLT wären noch breitere Reifen ohnehin ein Sakrileg! Beide Federelemente werden simultan über einen Lenker-Remote angesteuert – zwei Optionen, offen oder blockiert stehen zur Auswahl.

Die NEWMEN Advanced SL.X 22 Laufräder sind zwar recht schmal, wiegen dafür aber sündhaft geringe 1225 g – das verspricht viel Speed und Beschleunigungsorgien!

Doch das war bei weiten noch nicht alles an Komponenten-Assen im Ärmel des AMS 100 C:68 SLT. Mit Laufrädern, Vorbau, Lenker und Sattelstütze von NEWMEN wird das Gewicht noch mal deutlich gedrückt. So werden die NEWMEN Advanced SL.X 22 Laufräder durch ihre Carbonfelgen, sehr leichten Naben und Speichen mit gerade mal 1225 g angegeben. OK, mit einer Innenweite von „nur“ 22 mm sind die Felgen recht schmal, aber auch hier würde wohl kaum einen 2,3er oder noch breiteren Reifen auf dem Bike fahren wollen, oder. Angesichts eines solch niedrigen Laufradgewichtes hätte ich normalerweise Skrupel, das Bike richtig hart ranzunehmen, aber mit meinen erst kurz zurückliegenden Erfahrungen mit dem NEWMEN SL.A 35 Laufradsatz bin ich guter Dinge, dass auch dieses Laufrad höhere Reserven hat, als man bei den Gewicht vermuten würde.

 

Dazu kommt der superleichte NEWMEN Evolution SL318.2 Vorbau mit der extravaganten 2-Schraub-Klemmung, der es trotz stattlicher 90 mm Länge auf gerade mal 91 g bringen soll. Optisch durch seine Carbon-Optik passend ist auch der NEWMEN Advanced SL 318.0 Lenker, der mit stattlichen 740 mm eine fast schon untypische Breite besitzt, Den Abschluss des NEWMEN-KomponentenFeuerwerks macht die NEWMEN Advanced SL Carbon Sattelstütze mit 430 mm Länge und angeblich 230 g. Sie soll laut Werbetext einen guten Kompromiss aus Steifigkeit und Flex bieten. Angesichts des sehr hart wirkenden Carbonsattels kann ein wenig Flex nicht schaden :-).

 

Die Spitze der Leichtbau-bemühungen und zugegeben nicht jedermanns Sache sind der CUBE SLT Zero Carbon Sattel noch (mit 65 g angegeben) und die SCHWALBE Rocket Ron und Thunder Burt Liteskin Reifen in der schlanken 2,1“ Breite. Diese Teile sind eine klare Ansage, dass es beim SLT sehr stark um das Gewicht und um den Speed und weniger um den Pannenschutz geht. Aber Reifen und Sattels sind ja gegebenenfalls schnell ausgetauscht. Nach eigenen Angaben soll das CUBE AMS 100 C:68 SLT 29 Komplettbike damit sogar die 9-kg-Grenze knacken. Zumindest bei unserem Testbike und mit dem 20“ Rahmen gelang dieses Ziel nicht ganz, aber 9,10 kg für ein XC-Fully mit 100 mm sind trotzdem eine krasse Ansage! Ich jedenfalls hatte noch nie das Vergnügen ein derart leichtes Full zu testen und bin schon sehr gespannt, wie es sich fährt. Grenzwertiger Leichtbau-Exzess und stark eingeschränkte Trail-Tuglichkeit oder doch vielseitiger als erwartet … wir werden sehen.

Geometrietabelle das CUBE AMS 100 in Rahmengröße 20″ – zum Vergrößern einfach anklicken.

Womit ich auch schon auf das letzte noch offene Thema des CUBE AMS 100 C:68 SLT 29 zu sprechen komme – die Geometrie. Klassisch wirkt dabei nur der Lenkwinkel mit 70° und die recht großzügige Kettenstrebenlänge von 443 mm. Schon beim effektiven Sitzwinkel von 74,5° erkennt man die progressiven Tendenzen des Bikes. Die effektive Oberrohrlänge fällt mit 613 mm sportlich aber nicht extrem aus sollte aber mit dem 90 mm Vorbau doch eine recht sportlich gestrickte Sitzposition ergibt. Wer der Vollständigkeit halber noch die Reach und Stack Werte wissen will, die liegen beim 20“ Rahmen bei 447 und 609 mm. Der Rahmen kommt in vier Rahmengrößen von 16“ bis 22“.

Das CUBE AMS 100 C:68 SLT 29 als Topmodell ist kein Schnäppchen, aber angesichts dieser Ausstattung wirken die 5999.- Euro für das Bike keineswegs überzogen. Daneben bietet CUBE den identischen Rahmen noch in zwei anderen Versionen an. Als CUBE AMS 100 C:68 SL 29 (oben links) mit einem SHIMANO XTR 2×11 Antrieb und Bremsen, sowie FOX Performance Elite Federelementen und DT-SWISS Alulaufrädern für 3999.- Euro soll es nur 10,5 kg wiegen und wäre damit dem Papier nach eine echter Preis-/Leistungsknaller. Als dritte Version im Bunde ist noch das CUBE AMS 100 C:68 Race 29 in dezentem Carbon-/Blau-Look (oben rechts), das auf ROCK SHOX SID XX, SHIMANO XT 2×11 und Fulcrum Laufräder setzt.

Das CUBE AMS 100 C:68 SLT 29 hat bereits seine ersten Traileinsätze hinter sich – mehr dazu im nächsten Artikel, demnächst hier auf TNI.

Wie schon gesagt: Ich bin wirklich gespannt wie sich das superleichte XC-Geschoß aus dem Hause CUBE so fährt. Optisch und technisch hat es mich bereits jetzt überzeugt, aber die Wahrheit liegt ja beim Mountainbike bekanntlich erst auf dem Trail und dort wird sich das Bike in den kommenden Wochen beweisen dürfen.
Seine ersten Ausfahrten hat das Bike bereits hinter sich …. bald mehr dazu.

RIDE ON, c_g