BIKEYOKE Revive 185 Dropper-Post – Testfazit (& Divine SL Ankündigung): von c_g
(hierzu erschienene Artikel: Testintro. Zwischenstand)

Was erwartete man als Biker von seiner Dropper Stütze? Möglichst einfache Montage, zuverlässige Funktion, wenig Wartungsaufwand und möglichst wenig Defekte. Viel Hub und ein geringes Gewicht wären auch noch schön. Fakt ist: Die aktuelle Generation der Dropper-Stützen ist um einiges besser, zuverlässiger geworden. Wie gut sie aber wirklich sind, merkt man erst im mehrmonatigen Praxiseinsatz. Die BIKEYOKE Revive 185 hat genau das hier bei TNI-de durchlebt und in den letzten 5 Monaten bewiesen was sie kann. Die Zusammenfassung meiner Erfahrungen: Die BIKEYOKE Revive 185 ist eine der besten, wenn nicht sogar DIE beste Dropper, die es derzeit gibt.

Die BIKEYOKE Revive 185 hat mich bei hä die gesamte Saison durch mit ihrer tadellosen Funktion verwöhnt.

Wenn ihr den anderen Test gefolgt seid, die in dieser Saison auf dem TANTRUM Shinning 2.0 stattgefunden haben, wisst ihr, dass die Revive Stütze wirklich viel beschäftigt war und nicht geschont wurde. Auch jetzt nach Monaten im Einsatz, nach unzähligen Malen das Absenkens und Ausfahrens, des an der Stütze Aufhängens oder auf dem Kopf gestellt am Bike Schraubens, funktioniert die Dropper immer noch wie am ersten Tag.

 

Sie fährt schnell aber nicht zu schnell aus, braucht wenig Druck um sich abzusenken, präzise und ohne jedes Buchsenspiel, bietet eine stufenlose Höhenverstellung mit gut hörbarem Endanschlag wenn komplett ausgefahren. Auch um den internen Luftdruck, der für das Ausfahren verantwortlich ist, habe mich nie kümmern müssen, weil alles einfach anstandslos funktioniert hat.

Der kleinen Twiggy Rosette von BIKEYOKE mag klein sein und unschibear wirken … funktionstechnisch spielt er aber in der Oberliga.

Schon nach recht wenig Hebelweg auf dem hauseigenen Triggy Remote löst sich die hydraulische Arretierung aus – und erleichtert damit die Nutzung. Der Triggy Remote selber hat sich als genauso zuverlässig und hochwertig erwiesen. Der ultraleichte Hebel verfügt dabei nicht nur über eine Zugklemmung, sondern auch einen Anschlag  für das Zugende, weshalb der Triggy mit wahrscheinlich jeder mechanisch angesteuerten Dropper-Stütze auf dem Markt genutzt werden kann. Durch seine universelle SRAM Matchmaker-kompatible Aufhängung und diverse Adapter, kann er zudem mit nahezu allen Bremshebeln einfach und platzsparend kombiniert werden. Auch wenn es ihm an zusätzlichen Einstellmöglichkeiten fehlt, besitzt der Triggy Remote Hebel eine fabelhafte Ergonomie und Griffigkeit. Dass er außerdem nur 25 g schwer ist, sei hier nur am Rande erwähnt.

Das patentierte Revive Ventil, versteckt im Klemmkopf, ist die derzeit wohl einfachste Art die Hydraulik einer Dropper-Stütze zu entlüften – auch wenn unser Testmuster der Revive sich hierin alles andere als anfällig gezeigt hat.

Die innovative Sonderfunktion der BIKEYOKE, ihr patentiertes Revive Ventil, eine Art integrierter Entlüftungsvorrichtung, die das Entlüften allein mit einem 4-mm Sechskant (oder dem mitgelieferten Kunststoffhebel) ermöglicht habe ich bisher genau ein einziges mal benötigt … und damals auch nur weil ich es ganz bewusst durch falsche Nutzung provoziert hatte (hier im Zwischenstand erwähnt). Selbst nachdem ich es mehrfach vergessen hatte die Stütze vor dem Aufhängen oder dem Transport im Sessellift voll auszufahren hat sie nie Luft gezogen. Wirklich erfreulich und beachtlich Aber selbst, wenn man dieses Feature nur selten braucht, halte ich diese Technologie mit der man jederzeit auf dem Trail die Stütze „resetten“ kann für absolut richtungweisend und schlichtweg genial.

 

Der gigantische Hub von immerhin 185 mm an meiner Teststütze hat sich ideal für mich herausgestellt. Noch nicht einmal im harten Biekpark-Einsatz oder auf maximal technischen Abfahrten hatte ich je den Wunsch nach mehr Absenkung. Nachdem ich mich erst einmal an die 185 mm gewöhnt hatte, haben sich die heutzutage üblichen 150 mm auf anderen Testbikes immer wieder als „fast schon zu knapp“ erwiesen und mich dazu bewogen hier für meine Fahrweise und Trails immer wieder durch Absenken der gesamten Stütze im Sattelrohr nachzuhelfen.

Mit 185 mm Hub und einer trotzdem kompakten Bauweise passt die Revive in so manchen Rahmen, der normalerweise nur mit kürzeren Stützen kompatibel ist.

Zugegeben, je nach Statur braucht man diesen großen Hub nicht unbedingt, aber bei meiner Größe (182 cm und 86 cm Schrittlänge) fand ich sie einfach genial. Wer mit weniger zurecht kommt findet bei BIKEYOKE ja auch dafür Optionen mit den 125 und 160 mm Versionen der Revive. Für mich gilt: Sofern ich die dadurch zwangsläufig längere Stütze im Rahmen unterbringen kann, möchte ich nicht mehr mit weniger Hub zu fahren. Was ihre effektive Länge und damit erforderliche Einstecktiefe angeht, stellt die Revive durch ihre kompakte Bauweise tatsächlich geringere Anforderungen als eine ROCK SHOX Reverb mit 170 mm Hub.

Massiver Hub, extrem zuverlässig und zugleich recht leicht – viel besser als die BIKEYOKE Revive kann eine Dropper kaum mehr sein.

Wie bereits mehrfach geschrieben ist die BIKEYKOKE Revive darüber hinaus auch noch eine der leichteren Stützen auf dem Markt. Unser Testmuster wiegt trotz größerer Absenkung gerade mal 557 g – so viel, oft sogar noch weniger als die meisten Stützen mit 150 mm Hub. Mit einem VK von 419.- Euro für das getestete Exemplar samt Remote und Kleinteile (andere Varianten liegen zwischen 359.- und 459.-Euro), liegt die BIKEYOKE Revive auf dem gleichen Preisniveau der anderen Premium-Dropper-Stützen. Ach ja, wer einen Rahmen mit 34,9 mm Sattelrohr-Innendurchmesser sein eigen nennt, bekommt mit der Revive Max eine dementsprechend größer dimensionierte und damit steifere Dropper-Stützenoption dafür.

Von langen Trainingstouren bis Bikepark, von Mittelgebirgstrails bis Hochgebirge, hat die BIKEJOKE Revive alles gesehen, was man mit dem Bike so machen kann.

Testfazit: Die kleine bayerische Komponentenschmiede BIKEYKOKE hatte mit der Revive Dropper-Stütze den Anspruch eine der zuverlässigsten und besten Dropper-Stützen zu entwickeln und nach fast einer ganzen Bike-Saison ohne irgendwelche Auffälligkeiten kann ich das ohne weiteres unterschreiben. Sie ist eines dieser Produkte, die so gut funktioniert und einen mit solch einer Zuverlässigkeit verwöhnt, dass man sie zwar kontinuierlich nutzt, aber nach einiger Zeit einfach nicht mehr bewusst wahrnimmt. So sollte es sein. Und wenn man wie ich wieder einmal auch andere Dropper-Stützen fährt, die weniger Hub haben und sich weniger schnell entriegeln lassen, merkt man, wie viele kleine aber feine Details in der BIKEYOKE Revive stecken.

 

Die integrierte Revive-Belüftungstechnik ist eine weiteres Alleinstellungsmerkmal, das in Kombination mit der hydraulischen Arretierung perfekt ins Sorglos-Konzept hinein passt. Angesichts der Top-Funktion und all ihrer Features könne wir die BIKEYOKE Revive uneingeschränkt als eine der beste Dropper-Stützen auf dem Markt empfehlen.

RIDE ON,
c_g

***********************************************************************************
NEWS – BIKEYOKE Dropper Stütze „Divine SL“

Um das Sortiment auch in Richtung XC und Marathon zu erweitern, hat Stefan Sack nun noch eine besonders leichte Dropper-Stütze entwickelt. Die neue Dropper, welche unter dem Namen „Divine SL“ kommen wird, soll mit gerade mal 80 mm Hub, einem um ca. 120 mm kürzbaren Schaft und einem Gewicht von gerade mal 380 g (ungekürzt!) vor allem die schnelle XC-/Marathon-Fraktion und die der Graveller ansprechen. Ungekürzt hat sie eine Gesamtlänge von 400 mm. Die Divine wird ohne Revive-Ventil kommen, aber wegen der speziellen Konstruktion der Hydraulik   trotzdem sehr zuverlässig arbeiten. Die Divine SL soll noch diesen Herbst verfügbar sein.