BIKEYOKE Revive 185 Dropper-Post – Zwischenstand: von c_g

Kaum zu glauben, aber nun habe ich die BIKEYOKE Revive mit 185 mm Hub doch wirklich schon fast einen Monat lang am TANTRUM Shinning 2.0 im Einsatz und noch nichts dazu geschrieben! Höchste Zeit das nachzuholen.

Erstmal das allerwichtigste zuerst – die grundlegende Hub-/Absenkfunktion. Die ist, wie erhofft, genauso unauffällig wie zuverlässig. Die Ausfahrgeschwindigkeit ist genau richtig gewählt. Selbst in sehr schnellen Passagen muss man nie das Gefühl darauf warten bis die Stützen ihre maximale Höhe erreicht hat und hat genauso nie das Gefühl, dass die Revive zu sehr nach oben  schnellt … was ja auch unangenehm sein kann. Ein deutlich hörbares Klacken bestätigt akustisch den oberen Anschlag und gibt zusätzliche Gewissheit auf schnell wechselnden Trails. Auch bei der Absenkung hat BIKEYOKE einen für meinen Geschmack sehr  gelungenen Kompromiss aus Reaktionsgeschwindigkeit und doch gut spürbarem Gegenhalt gefunden. Nur wer mit seinem vollen Gewicht die Stütze belastet und entriegelt, findet sich im Nu „ein Stockwerk tiefer“. Die stufenlose Höhenarretierung funktionieren bisher absolut präzise und ohne jedes Ruckeln oder Nachrutschen. Seitliches oder sonstiges Spiel in den Führungsbuchsen ist bisher ebenfalls keines zu spüren (sollte es auch nur einem Monat auch noch nicht :-))

Der normale Trailalltag gab mir bisher noch keinen Grund mit dem spannendsten Aspekt der Revive, dem Reset-Ventil und der damit verbundenen On-Trail-Sofort-Entlüftung zu arbeiten. Weder nach dem liegenden Transport im Auto, noch nach absichtlichem Aufhängen im eingefahrenen Zustand (sollte man nicht tun!) oder dem Kopfstand zur Laufradmontage hat die Revive bisher Luft gezogen. Das sogenannte Microvalve, eine flexible Membran zwischen den beiden Kampelndes offenen Ölbades, scheint also einen guten Job zu machen um die Luft aus der inneren, mit Öl gefüllten Kammer fernzuhalten. Erst als ich die Stütze auf dem Kopf stehend mehrfach ein- und ausgefahren habe, konnte ich ein leichtes Einfedern als Indiz für Luft in der Hydraulik feststellen. Mit einem 4 mm Inbus (oder dem mitgelieferten Quick Reset Hebel), war die Stütze aber in nur Sekunden entlüftet und hielt ihre Höhe wieder wunderbar präzise ohne jedes Einfedern. Ach ja, selbst wenn man mit der Revive die Möglichkeit des einfachen Entlüftens hat, bedeutet as nicht, dass man deswegen komplett rücksichtslos mit der Stütze umgehen sollte. Letztlich steckt auch in der Revive nur eine hydraulische Kartusche mit offenem Ölbad. Wie häufig man sie in der Paxis entlüften muss, hängt wie bei anderen Droppern auch davon ab wie man sie bedient und benutzt – im detaillierten Benutzerhandbuch stehen dazu ein paar hilfreiche Tipps. Aber gal wie oft man sie wirklich braucht, letztlich ist es einfach eine gute Sache zu wissen, dass man die Revive jederzeit, ohne viel  Werkzeug und ganz einfach in Sekunden selbst entlüften kann. Im Fall der Fälle ist man garantiert dankbar dafür.

–> Letztlich ist alles genau so wie es sein soll und wie von BIKEYOKE angekündigt. Statt über irgendwelche Auffälligkeiten, besticht die Revive bisher mit einer tadellosen Funktion und der Entlüftungs-Funtion als echtes Alleinstellungsmerkmal. Großes Kompliment and Stefan Sack und die Jungs von BIKEYOKE für ihre Revive.

Auch wenn es ihm an zusätzlichen Einstellmöglichkeiten fehlt, besitzt der Triggy Remote-Hebeleine fabelhafte Ergonomie und GriffigkeitEine Besonderheiten der BIKEYOKE Revive in Kombination mit dem Triggy ist, dass die man nur einen geringen Hebelweg benötigt um die Stütze zu entriegeln. Dieses kleine Detail fällt zuerst gar nicht so sehr auf, fällt aber schnell auf, wenn man wechselweise auch Dropper-Stützen anderer Herstellers fährt. Bei der FOX Transfer, zum Beispiel, die ich ja parallel am CUBE Stereo 150 fahre, ist der notwendige Hebelweg deutlich größer. Während mich das bei der Transfer bisher nie gestört hat (und es das auch weiterhin nicht wirklich tut) so merke ich doch, dass ich den kurze Hebelweg doch als intuitiver und subjektiv „schneller“ empfinde. In Folge nutze ich die Revive auf den gleichen Trails wirklich häufiger auch für ganz kurze Passagen, in denen ich andere Stützen vorher oft – bewusst oder unbewusst – in einer Höhe belassen habe. Gleichzeitig bleiben die Fingerkräfte zur Bedienung der Stütze sehr gering. Mit wenig oder gar keinem Gewicht auf dem Sattel funktioniert alles mindestens genauso leichtgängig wie bei anderen Top-Stützen, nur unter Volllast sind die Kräfte spürbar höher. Der Grund liegt ganz einfach im Übersetzungsverhältnis zwischen Heul und Revive, das zwar einen sehr kurzen Hebelweg ermöglicht, dafür aber die Arbeitsschwelle bei der Bedienung aber etwas prägnanter macht. Die einfachste Abhilfe ist es die Stütze vor dem Betätigen des Hebels zum Absenken einfach ein wenig zu entlasten was die meisten Biker ohnehin ganz intuitiv machen. Beim Ausfahren spielt das ohnehin kaum eine Rolle, weil man dafür ja ohnehin in der Regel den Druck vom Sattel nimmt.

Noch ein Wort zur gigantischen Absenkung von immerhin 185 mm bei meiner Teststütze. Seit es Dropper-Stützen gibt, sind sie in ihrem Hub gewachsen. Anfangs empfand jeder die ursprünglichen 100 mm bereits als vollkommen ausreichend, doch die Ansprüche sind gewachsen und so ist heute oft 150 mm Hub das Standardmaß für die meisten Fahrer. Ich selber hatte das Privileg letztes Jahr auf dem BOLD Linkin Trail LT eine 170 mm Stütze zu fahren und fand es wirklich klasse. Der noch größere Hub von 185 mm an der Revive bietet noch mal spürbar größere Bewegungsfreiheit auf dem Bike. Bisher bin ich noch in keine Situation gekommen, wo ich mir noch mehr Hub gewünscht hätte, oder wo ich die Stütze lieber manuell noch ein wenig tiefer gesetzt hätte, etwas, das ich je nach Trail bei 150 m Hub doch mitunter tue.

  

Doch jeder zusätzliche Hub macht die Stütze auch in der anderen Richtung länger, was je nach Rahmen auch schnell zu Problemen mit der rahmenspezifischen Einstecktiefe führt – das TANTRUM Shinning 2.0 ist so ein Rahmen, der eigentlich unter einer eingeschränkten Einstecktiefe leidet. Womit wir auch bei einem weiteren Grund sind, weshalb ich mir die BIKEYOKE Revive speziell für diesen Test ausgesucht habe. Die Revive zeichnet sich nämlich auch durch eine recht kurze Bauweise aus. OK, bei einer Gesamtlänge von immerhin 485 mm (zzgl. 30 mm für die externe Ansteuerung) kann man nicht mehr von “kurz” sprechen, aber die BIKEYOKE erreicht diesen Wert mit immerhin 185 mm Hub. Nur dieser Kompaktheit verdanke ich es, dass ich auch auf dem TANTRUM eine BIKEYOKE Revive mit 185 fahre kann und immer noch eine für mich ideale Sattelhöhe erreiche.
An dieser Stelle sollte ich auch kurz den mit 10 mm sehr niedrig bauenden Ringbund erwähnen, der es erlaubt die Stütze noch tiefer in den Rahmen zu stecken und damit bei gleicher Sitzhöhe mehr Hub zulässt. Dass die BIEKYOKE Revive zudem auch gewichtstechnisch ein wenig unter der Konkurrenz liegt, darf natürlich auch nicht unerwähnt bleiben.

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Zwischenstand: 

Die BIKEYOKE Revive ist schon dem ersten Eindruck nach eine erstklassige Dropper-Stütze. Während man eine zuverlässige Funktion und sichere Höhenarretierung als Grundvoraussetzung modernern Dropper-Stützen nehmen kann,  hat die Revive durch ihre Bedienung mit kurzem Hebelweg, die für den Hub kurze Einbaulänge und der On-the-trail-Entlüftung (wenn erforderlich) ein paar wircklich sinnvolle Details, welche die BIKEYOKE ziemlich einzigartig machen. Bisher gibt es keinerlei Indizien für irgendwelche Schwächen … mal sehen, was der weitere Testverlauf so bringt.

RIDE ON,
c_g