TNI-de Favoriten 2017 – Teil 1: SRAM X01 Eagle, FOX Transfer Dropper und MAGURA MT Trail Carbon (von c_g)

Gewöhnlich laufen bei uns Tests zwischen einem und drei Monaten, je nach Produkt. Das reicht aus um einen sehr guten und tiefen Eindruck davon zu bekommen, was die Teile, (oder Bikes) unter verschiedenen Bedingungen können, nicht aber um eine echte Aussage über deren Dauerhaltbarkeit zu fällen. Deswegen haben wir ein paar Teile auch nach Ende des offiziellen Tests weiter laufen lassen um zu sehen, wie sie sich dann schlagen. Hier zum Ende des Jahres ein kurzes Resümee dazu.

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SRAM X01/XX1 Eagle

(dazu erschienenen Artikel: offizielle Vorstellung SRAM Eagle (Pressemitteilung), Testintro der SRAM X01 Eagle Antriebsgruppe, SRAM X01 Eagle – Montage und erste Eindrücke, SRAM X01 Eagle – Zwischenstand, Testfazit)

Die SRAM X01 Eagle läuft seit mehr als 12 Monaten ohne größerer Probleme am CUBE Stereo 140.

Seit Dezember 2016 läuft an unserem CUBE Stereo 140 29er Dauertestbike eine SRAM X01 Eagle Antriebsgruppe und von Mai bis November 2017 bin ich eine XX1 Eagle am BOLD LT gefahren. Eine Übersetzungsbandbreite von genau 500 % aufgeteilt auf 12 Gänge.

Auch ohne Pflege, schaltet die 12-fach Gruppe nach wie vor sauber und präzise.

Jedes Bauteil (außer dem Tretlager und den Kurbelarmen) speziell für die 12-fach Gruppe entwickelte Bauteile – eine spezielle, mit hochaufwendiger Schmiedtechnik hergestellte Eagle Kette, eigene 12-fach X-Sync Kettenblätter, die noch länger halten sollen und noch schmutzunempfindlicher sind, dann noch das eigenen Eagle Schaltwerk mit Type-3 Dämpfung, die 12-fach Schalthebel und natürlich die aufwendig gefräste 10-50 Zahn X-DomeTM Kassette aus Stahl (außer dem größten Ritzel, das ist aus Alu). Insgesamt bringt es die komplette SRAM X01 Eagle Antriebsgruppe auf knapp über 1500 g bei einem empfohlenen VK von knapp 1300.- Euro (die tatsächlich gehandelten Preise weichen oft deutlich ab).

Die Trigger geben den Takt vor …

In mittlerweile fast einem Jahr im Dauereinsatz gab es bei beiden oben genannten Gruppen, der X01 Eagle am CUBE und der XX1 Eagle am BOLD LT genau zwei kleine Vorkommnisse: Ein plötzlich unbewegliches Kettenglied der schwarzen X01 Originalkette nach ca. 4 Monaten und eine gelockerte Schaltwerkschraube bei der XX1 nach 3 Tagen Bikepark fahren.

… das Schaltwerk folgt zuverlässig nach.

Das steife Kettenglied war, wie mir SRAM bestätigte, ein Problem der ersten Produktionscharge der X01 Eagle Ketten und ist bei den nachfolgenden Ketten behoben worden. Um zu sehen wie stark das Problem ist und zu erfahren ob mit der Zeit noch weitere Kettenglieder betroffen würden, bin ich diese Kette ohne weitere Vorkommnisse noch bis spät in den Herbst hinein gefahren. Erst vor kurzem habe ich sie aufgrund des ganz normalen Längung durch Verschleiß durch eine neue ersetzt. Das an der Aufhängungsschraube gelockerte Schaltwerk im Juli war ein einmaliges und damit voll verzeihbares Vorkommnis nach ein paar harte Tagen im Bikepark. Nachdem ich sie wieder festgezogen hatte, gab es keinerlei Auffälligkeiten mehr.

Für mich ist 1×12 eine der wichtigsten und nützlichsten Neuerungen des vergangen Jahres.

Warum die SRAM Eagle, egal in welcher Version, damit zu meinen persönlichen Lieblings-teilen des Jahres 2017 gehört? Ganz einfach, die 12-fach Schaltung mit 500 % Übersetzungsband-breite ist wirklich genau das, was sie verspricht: Universell, haltbar und einfach. Für mich gibt es seither keinen Grund mehr über eine 2-fach Gruppe am Bike nachzudenken. Und der nicht unbegründete Kritik-punkt, der Premiumpreis von X01 und XX1 ist mit der Einführung der SRAM GX Eagle auch vom Tisch – gleiche Performance zum vernünftigen Preis bei etwas mehr Gewicht. Damit kann ich leben. Wir sind schon sehr gespannt wie SHIMANO auf diese Herausforderung in 2018 reagieren wird.

(Anmerkung: Neben dem Schritt zu 12-fach gibt es mittlerweile auch Optionen die bestehenden, noch gut funktionierenden 11-fach Antrieb durch Nachrüstkassetten auf ein ähnliches Performance-Niveau zu heben – die E*13 TRS Race Kassette ist ein gutes Beispiel dafür. Der bisherige Test ergibt eine ebenfalls tadellose Schaltperformance und sehr sinnvolle Gangabstufung, noch fehlt es uns allerdings an echten Langzeiterfahrungen.)

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FOX Transfer Factory Dropper-Stütze

(bisher hierzu erschienenen Artikel: Vorstellung der FOX Transfer Dropper StützeTestintro der FOX Transfer Factory – Montage und erste EindrückeUpdate zum Test, Testfazit)

Es hat eine Weile gebraucht, bis FOX mit der 2. Generation einer Dropper Stütze rausgerückt ist, aber das Ergebnis davon, die Transfer kann sich sehr wohl sehen lassen. Wie bereits in den oben aufgeführten Artikeln geschrieben, arbeitet die stufenlos verstellbare Transfer mit einer Kombination aus hydraulischen Innereien und einer mechanischen Anlenkung per Kabelzug. Die Montage ist insgesamt sehr einfach, es gibt vielfältige Versionen (100m 125 und 150 mm, wahlweise eine interne oder eine externe Anlenkung und die beiden Durchmesser 30,9 sowie 31,6 mm), zwei Renote-Hebel (einer für 1-fach Schaltungen links unter dem Lenker und eine universelle).
Der Preis ist mit 319.- Euro (Performance Elite, ohne Kashima) bzw. 369.- Euro (Factory, mit Kashima) zzgl. 79,. Euro für den passenden Remote-Kit im Bereich anderer Top-Stützen und das Gewicht mit ca. 600 g (in der getesteten 31,6 mm Version mit 150 mm Hub) ebenfalls genau im Standard-Bereich.

  

Was die Praxis-Performance angeht, gab es in den insgesamt mehr als 12–monatigen Test kaum etwas zu bemängeln. Meine Teststütze hat zwar im Laufe der Zeit ein klein wenig seitliches Spiel entwickelt, blieb aber was die Höhenverstellung angeht absolut sorgenfrei. Darauf angesprochen, sagte FOX Mann Chris Trojer uns, dass das technisch vollkommen unbedenklich sei, man aber selbst das in dem 2018er Version weitgehend behoben hätte. Mich selber hat das minimale Spiel in der Praxis nie gestört, wer diesbezüglich aber noch penibler ist, wie ich und es abschalten möchte, kann sich den 2018er Kit mit dem nächsten Service bei FOX aber einfach einbauen lassen. Die Kosten dafür liegen bei ca. 35 Euro zuzüglich der Servicekosten.
Neben dem reduzierten Spiel in den Gleitbuchsen wurde in der 2018er Version auch der Ölfluss vergrößert, weswegen das aktuelle 2018er Modell gegenüber meinem Testmuster noch schneller ein. An meinem derzeitigen Testbike, dem 2018er SCOTT Genius ist das deutlich zu spüren.

Auch die FOX Transfer Dropper Stütze gehörte an unserem Dauertestbike zu den uneingeschränkt zuverlässigen Teilen.

Ansonsten hatte war da einzige an Service, das die Stütze gesehen hat ein Nachspannen des Kabelzuges. In dem meisten Fällen reicht dafür die Rändelschraube am Remote vollkommen aus, aber selbst wenn deren Verstellbereich überschritten wird, ist das danke der Klemmung direkt am Remote sehr schnell erledigt. Eine zusätzliche Demontage oder sonstige Dinge sind dafür nicht notwendig. Smart.
Darüber hinaus gibt es nicht mehr viel zu sagen. Die FOX Transfer mag zum aktuellen Zeitpunkt vielleicht nicht mehr die einzige wirklich zuverlässige Dropper Stütze sein, aber sie ist die einzige, die ihre dauerhafte Performance und Zuverlässigkeit in über einem Jahr Dauereinsatz bei uns unter Beweis gestellt hat.

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MAGURA MT Trail Carbon Bremsen 

(hierzu erschienene Artikel: Vorstellung und Testintro der MAGURA MT Trail Carbon, Testfazit zur MT Trail Carbon)

Die MT Trail Carbon von MAGURA ist mit Ausnahme des Rahmens selber, das wohl dienstälteste Bauteil am CUBE Stereo Dauertester. Ich fahre sie seit April 2016 an dem Bike und sie hat mittlerweile ungezählte Tiefenmeter hinter sich. Eine echte High- End und doch Sorglosbremse!

Vorne vier Kolben für mehr Bremspower und hinten zwei, der Gewichtsersparnis wegen – Das Konzept ist keine Pflicht, aber es funktioniert.

Das Konzept von einer Vierkolbenbremse vorne und einer Zweikolbenbremse hinten, geht nach meine Erfahrungen in der Praxis auf, ist für mich aber nicht das echte Highlight der Bremse. Vielmehr ist es die unglaubliche Zuverlässigkeit, und der immer konstante Druckpunkt der MT Trail, kombiniert mit sinnvollem Leichtbau und einer unvergleichlich tollen Optik, welche zusammengenommen den Reiz dieser Bremse ausmachen. Sie ist einfach in allen Belangen, Funktion, Gewicht und Optik ein echter Winner!

Die MAGURA MT Trail liefert seit dem Frühjahr 2016 eine solide Performance am CUBE ab – kein Fading, ein immer konstanter Druckpunkt, genug Power und eine super Dosierbarkeit – was will man mehr?

Hier noch mal zur Rekapitulation: Mit einem Setgewicht von etwa 480 g gehört die MT Trail Carbon zu den leichteren Bremsen auf dem Markt, aber es ist die Massenverteilung, die hier wichtig ist. Die größte Masse und damit das größte Wärmeaufnahmevermögen liegt am einteiligen Alu-Bremssattel, während die Carbotecture SL Bremsgriffe mit Carbolay Bremshebel geradezu aberwitzig leicht ausfallen. Der empfohlene VK ist mit 579.- Euro (ohne Scheiben und Kleinteile) ebenfalls im Premiumbereich, aber auch hier sind die Straßenpreise bereits deutlich geringer. Und auch in diesem Fall gibt es mit der für 2018 neu vorgestellten MT Trail Sport eine sehr viel günstigere Alternative. Mit einem empfohlene VK von gerade mal 219.- Euro bekommt man damit nämlich die gleiche Brems-Performance und Zuverlässigkeit, bei gerade mal 40 g Mehrgewicht. Cool oder!?
Demnach kann ich meinem Testfazit vom Juli 2016, also vor über 1,5 Jahren (!) auch jetzt kaum mehr etwas hinzufügen: „Die MAGURA MT Trail Carbon funktioniert und funktioniert ohne … in irgendeinem Bereich je Schwächen zu zeigen. … Eine ideale Bremse für all die echten Mountanbiker, die eben mehr “Bums” wollen als eine reine XC-Bremse, aber eben noch keine echte DH-Bremse brauchen.“ 

Soweit zu den ersten Schwung an Test-Highlights des bald vergangenen Jahres. Weitere folgen.

RIDE ON,
c_g