ROCK SHOX (new) Reverb Stealth Dropper-Stütze und SRAM Code RSC Bremsen –Testintro: von Ch.W.

Eigentlich wollten wir zuerst den Fesergabeltest, an dem ROCK SHOX ja ebenfalls beteiligt ist, komplett mit dem Direktvergleich abschließen, aber weil uns das Wetter diesbezüglich ein wenig ausgebremst hat, folgt nun einfach die Vorstellung unseres nächsten Testprodukte-Doppelpacks – in diesem Fall eine neue ROCK SHOX Reverb Stealth Dopper Stütze mit 1x Remote und ein Satz SRAM Code RSC Bremsen.
Hier das ausführliche, kombinierte Testintro.

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ROCK SHOX Reverb Stealth (170 mm)

Die ROCK SHOX Reverb war über Jahre hinweg die wohl meistverbaute Dropper-Stütze. Sie war eine der ersten ihrer Art und hat den Weg für dieses neue Bauteil geebnet, das neu definiert hat was Trailspaß bedeutet– die Dropper Stütze.

Die 2017er ROCK SHOX Reverb bietet 170 mm Hub, den neuen 1-x Remote und ein auf verbesserte Haltbarkeit getrimmtes Innenleben.

In ihrer jüngsten Generation hat die Reverb ein komplett neues Innenleben erhalten um sie noch zuverlässiger zu machen. In dem Zuge hat man auch gleich den maximal möglichen Verstellbereich noch mal erhöht und zwar auf stattliche 170 mm. Gerade für größere Fahrer (ab ca. 1,8 m) ist diese eine sehr willkommene Neuerung. Vielleicht kennt ja der ein oder andere das Problem: Geht es bergauf, muss die Stütze ein paar Zentimeter aus dem Rahmen gezogen werden, geht es steil bergab ist es genau um das zu viel.

Äußerlich ist die neue Reverb nahezu unverändert und von ihrer Vorgängerin nur durch den golden gelaserten ROCK SHOX Schriftzug unterhalb der Sattelklemme zu erkennen.
Neben der zusätzlichen Hub-Option liegen die wichtigsten Neuerung im Inneren verborgen. Um die Zuverlässigkeit wurde jedes Detail unter die Lupe genommen. Am wichtigsten ist dabei wohl die neue Dichtungsarchitektur. Eine Doppeldichtung löst die bisherige Einfachdichtung ab und soll dafür sorgen, dass keine Luft mehr ins System gelangt. Teil des entworfenen Dichtungssystems ist auch ein von SKF entwickelter Schwimmkolben, der die Reibung im System zusätzlich herabsetzt. Auch die Durchflussgeschwindigkeit wurde deutlich erhöht, was gerade bei einem größeren Verstellbereich für ein schnelleres Aus- und/ oder Einfahren sorgt. Wie bisher auch schon, lässt sich die Ausfahrgeschwindigkeit direkt am Remote einstellen.

Der neue 1x Remote ist im Set oder als nachträgliches Upgrade für älterer Ererb Stützen erhältlich.

Wir haben bereits die neue 1x Remote erhalten, der links unter dem Lenker montiert wird und daher ideal für 1-fach Schaltungen geeignet ist. Der Hebel der Reverb ist Match Maker kompatibel und sorgt in Kombination mit einer SRAM Bremse für einen aufgeräumten und cleane Look. Dieser ergonomischere 1-fach Remote Hebel wird aktuell sowohl mit Reverb Stützen im Set, wie hier, als auch als Upgrade für bestehende Stützen gehandelt. Als Upgrade Kit mit allen Kleinteilen kommt es auf ca. 105.- Euro. Neben der besseren Ergonomie, die den SRAM Schalthebeln nachempfunden ist, hat der neue Remote den praktischen Bleeding Edge Port zur leichteren Entlüftung und die Einstellung der Ausfahrgeschwindigkeit per Torx25 Schlüssel.

   

Auch wenn die abgebildete Stütze diese noch nicht hat – für alle Biker, die bereits Schweißausbrüche bekommen, wenn sie nur daran denken, die hydraulische Leitung der Reverb Stellt nach der Verlegung wieder entlüften zu müssen, für die haben die ROCK SHOX Ingenieure anstatt der normalen Kupplung mit Quetschhülse das Connectamajig entwickelt. Was sich anhört, als müsse man eine wissenschaftliche Arbeit über die Funktion lesen, ist im Grunde genommen ganz einfach. Es handelt sich dabei um ein Verbindungsstück zwischen Hydraulikleitung und Stütze das sich beim Trennen selbständig abdichtet und mehrfach benutzt werden kann. Auf beiden Seiten der Kupplung verhindert ein integriertes Kugelrückschlagventil das Auslaufen des hydraulischen Öls aus der Leitung. Dadurch kann man die Leitung stressfrei verlegen, ohne dass das System danach entlüftet werden muss. Der einzige Nachteil der Connectamjic Technologie ist, dass sie ca. 15 mm höher baut als der herkömmliche Anschluss und damit die Einstecktiefe weiter reduziert.

   

Geblieben sind die stufenlose Verstellung, die drei erhältlichen Durchmesser (30,9 mm, 31,6 mm und 34,9 mm) und die bisherigen Huboptionen 100, 125 und 150 mm. Gerade bei der 170 mm Variante ist noch zu beachten, dass sie in ihrer Gesamtlänge auf immerhin 480 mm anwächst. Gerade bei kleineren Rahmengrößen oder Rahmen mit geknickten Sattelrohren passt diese dann nicht mehr in jedem Fall.
Wie nicht anders zu erwarten, macht die neue ROCK SHOX Reverb Stealth einen gewohnt hochwertigen Eindruck. Schlicht in schwarz gehalten, ist sie für viele der Status quo was Bedienkräfte und Verarbeitungsqualität betrifft. Wie sich die neue Reverb in der Praxis schlägt und ob das neue Innenleben den Belastungen auf Dauer standhält, klärt unser Test.

Gewichtstechnisch liegt unsere Teststütze mit 31,6 mm Durchmesser, 170 mm Hub (485 mm Gesamtlänge) und einem etwa 1,4 m langen (gefüllten) Hydraulikschlauch, also alles außer der Lenkerklemmung komplett (weil wahlweise mit Matchmaker oder mit eigener Klemme) bei 785 g. Das wären etwa 80 g mehr als die zuletzt getestete FOX Transfer mit allen Kleinteilen, aber nur 150 m Hub wiegt.
Der empfohlenen VK der neuen ROCK SHOX Reverb Stealth liegt bei 445.- Euro, wobei sich die Straßenpreise oft deutlich davon unterscheiden.
(Info: Auf der SRAM Hauptseite findet man Explosionszeichnungen und Videos zur neuen ROCK SHOX Reverb Stellt.)

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SRAM CODE RSC

Das zweite Testprodukt hier bei TNI ist ein Satz der Gravity-Stopper SRAM Code RSC. Vor knapp 10 Jahre war die Code, damals noch unter dem AVID Markennamen, eine der wenigen 4 Kolben Bremse – ein Vorreiter in Sachen Bremspower und Hebelergonomie, mit der Absicht der legendären MAGURA Gustav M Konkurrenz zu machen. Die neue SRAM Code RSC hat mit der ersten Code lediglich den Namen und ihren abfahrtsorientierten Einsatzbereich gemeinsam.

Der größte Unterschied zur Guide ist das um 30% größere hydraulische Reservoir. Der Bremshebel der RSC Version bietet neben eine werkzeugfreie Griffweiteneinstellung auch noch eine Druckpunktverstellung.

Optisch und technisch sind die Gebereinheiten der SRAM Code RSC von der sehr erfolgreichen und beliebten SRAM Guide abgeleitet. Die Größte Veränderung ist das um 30% vergrößertes Flüssigkeitsreservoir, das vor allem auf langen Abfahrten eine noch bessere Fadingresistenz bringen soll. SRAMs neues Bremshebeldesign mit Expandable Bladder soll die Bildung von Luftbläschen noch besser verhindern. Eine bessere Gegendruckentlastung und konstante Bremsleistung sind das Ergebnis. Das PiggyBack Reservoir-Bremsflüssigkeitsreservoir sorgt für eine einfache Kontrolle der Bremsflüssigkeit und ermöglicht die beidseitige Montage der Bremshebel.

Wie schon von den Guide RSC und Ultimate Bremsen bekannt, verfügt auch die Code RSC über eine werkzeugfreie Druckpunkt- und Griffweitenverstellung am Alu-Hebel. Auch die Kugellagerung des Bremshebels und die SWING LINK Technologie für eine bessere Dosierbarkeit, und die typische Matchmaker-Kompatibilität sind hier wieder zu finden. Ich selber bin nicht unbedingt ein Fan der aggressiven DOT Bremsflüssigkeit (hier DOT 5.1), aber es ist unbestritten, dass sie tadellos funktioniert. Allesamt Technologien, die sich bestens bewährt haben und dafür gesorgt haben, dass die SRAM Guide Bremse heute zu einer der besten bekannten Disc-Stoppern zählt.

Auch der Code Bremssattel arbeitet mit 4 Kolben und ist gegenüber der Guide ebenfalls etwas wuchtiger geraten.

Der Bremssattel der Code ist eine komplette Neuentwicklung. Mit seinen vier Kolben, zwei mit 15 und zwei mit 16 mm Durchmesser (bei der Guide messen sie 13 und 14 mm) haben sie ein verändertes, hydraulisches Übersetzungsverhältnis für mehr Standfestigkeit und Bremspower. Die Bremskolben sind bei der SRAM Code RSC aus hochwertigem und leichtem Phenoplast gefertigt (bei der SRAM R aus Aluminium). Dies sorgt zusammen mit dem sogenannten Heat Shield, das die Hitzeübertragung von Bremsbelag zu Bremssattel verringert wird.

Entlüftete wird die SRAM Code RSC ganz einfach mit der wirklich durchdachten Bleeding Edge Technologie. Ein spezieller Adapter lässt sich ganz einfach auf die Entlüftungsöffnung (linkes Bild links oben)stecken und dichtet das System beim Entlüftungsvorgang ab. Dadurch kann die Bremsflüssigkeit einfacher durch den Bremssattel gepumpt werden und es entweicht beim Abziehen des Adapters keine DOT-Bremsflüssigkeit mehr.

Zur Code gibt es noch die passenden Centerline Bremsscheiben, die es wahlweise in 160, 170, 180 oder 200 mm Durchmesser gibt. Die Beläge unserer Testbremse sind metallisch-gesintert, die ja bekanntlich deutlich haltbarer sind, aber unter Umständen auch gerne quietschen.
Der empfohlenen VK der SRAM Code RSC liegt bei 270.- Euro pro Stück (ohne Bremsscheibe und Adapter), wobei auch hier schnell deutlich günstigere Setpreise zu finden sind. Eine Centerline Bremsscheibe kommt zwischen 45.- und 57.- Euro. Die Gewichte liegen bei 300 g / 320 g für die Bremse samt Leitung und Hebel (vorne 90 cm Leitung / hinten 180 cm Leitung) und bei 188 g / 147 g für die SRAM Centerline Bremsscheiben (200/180 mm):

Die Montage der Bremse gestaltet sich genauso einfach wie bei anderen Systemen. Insbesondere die Bremsleitungsverlegung  ist je nach Rahmen nicht immer ein Vergnügen. Wenn man dabei aber behutsam vorgeht ist es noch nicht einmal notwendig, die Bremse nach der Montage zu entlüften. Dementsprechend ist sie danach sofort einsatzbereit.

Ob die ganzen neuen Technologien der ROCK SHOX Reverb Stealth (170 mm), die Ergonomie des 1x Remote und die SRAM Code RSC Bremsen unseren Test standhalten werden, finden wir für euch heraus.

Bis dahin … see Ya on the Trail.

CH.W.