GIRO Switchblade MIPS Helm & Terraduro Mid Schuhe — Testintro: von Ch.W. und c_g

Und wieder haben wir ein Paket mit neuen, spannenden Testprodukten bekommen. Dieses Mal kam es von den Accessoire-Spezialisten von GIROuns allen bestens bekannt für ihre Helme und Schuhe. Das Paket erhielt genau das –  den innovativem Switchblade MIPS Enduro-Helm mit abnehmbarem Kinnbügel und passend für den nahenden Herbst den halbhoch geschnittenen Terraduro Mid Bike-Schuh.

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GIRO Switchblade MIPS

Der neue GIRO Switchblade MIPS ist mit seinem abnehmbaren Kinnbügel ein einzigartiger Enduro-Helm.

Jetzt wird’s wild!“ mit diesen Worten stellt GIRO ihren neuesten Enduro-Helm vor. GIRO bringt mit dem Switchblade MIPS einen Helm, der nicht nur allen relevanten Downhill Sicherheitsstandards entspricht (EN-1078, CPSC, ASTM-1952-Zertifikat), sondern mit der abnehmbaren Kinnpartie auch noch ein gutes Maß Tourentauglichkeit haben soll. Übrigens ist der GIRO Switchblade MIPS aktuell der einzige Helm mit abnehmbarem Kinnbügel, der allen Downhill-Standards genügt. Nachdem EWS-Top-Fahrer wie Richie Rude und Cody Kelley (vom YETI/ FOX SHOX Factory Race Team) bei der Entwicklung ihre Finger mit im Spiel hatten, dann darf man einiges erwarten. Neben dem hohen Schutzstandard will der GIRO Switchblade MIPS mit einer einfachen Handhabung und hohem Tragekomfort überzeugen.

Neu ist zum Beispiel das Roc Loc Air DH Weitenverstellsystem. Indem das gummierte Drehrad nach oben und unten abgeschirmt ist, will man ein für alle Mal ein versehentlich verstellen bei der Berührung mit einem Rucksack oder einem Nackenprotektor eliminieren. Die für einen DH-zugelassenen Helm besitzt der Switchbalde immerhin 20 Belüftungsöffnungen. Die sollenzusammen mit der zusätzlichen Windtunnel-Wangenpolsterbelüftung für einen kühlen Kopf sorgen. Die X-Static Polsterung an allen Berührungspunkten zum Kopf kümmert sich um den Rest bei warmen Temperaturen und ist dank der anti-mikrobiellen Eigenschaften auch bei wiederholter, intensiver Nutzung hygienisch und geruchshemmend.

Statt einen ganzen Ring zu verwenden, hat GIRO den Switchblade samt fester Wangenschale konstruiert, an der man den Kinnbügel verankern kann.

Das spezielle Highlight des GIRO Switchblade ist natürlich der abnehmbare Kinnbügel. Auch wenn die Farbgebung das vermuten läßt, macht das Abnehmen des Kinnbügels den Switchblade MIPS aber nicht zum klassischen All-Mountain Halfshell-Helm. Statt dessen nimmt man hier wirklich nur den Kinnbügel ab. Die Ohren und Wagenknochen bleiben immer unter der festen Schale geschützt. Mit Kinnbügel sieht der Switchblade wie ein normaler DH-Fullface-Helm aus, aber auch ohne den Kinnbügel hat eine ganz eigene Optik – fast wie ein Motocross-Trial-Helm. Mir gefällt’s, aber es ist zugegeben etwas eigen. Ich kann auch gut verstehen, dass das nicht jedermanns Sache ist.

Das Abnehmen und Wiederanbringen des Kinnbügels selbst ist recht einfach. Einfach nur die beiden Tasten unten am Kinnbügel drücken, den Bügel nach oben klappen und dann nach vorne wegziehen. Den Kinnbügel wieder anbringen geht genau in der umgekehrten Reihenfolge. Das Einrasten erfolgt mit einem deutlich hörbaren Klick.
Aber weil tausend Worte es nie so gut erklären können wie bewegte Bilder, hier noch eine kleine Videoerklärung dazu:

Das Gewicht unseres Testhelmes in Gr. M (55 bis 59 cm Kopfumfang) mit Kinnbügel liegt bei 975 g (ohne den Bügel bei 680 g). Als klassischen Tropenhelm wäre mir das zu schwer, aber für echte Enduro-Touren finde ich das Gewicht durchaus akzeptabel.

 

Der GIRO Switchblade MIPS ist in immerhin sechs verschiedenen Farben und fünf Größen XS bis XL (von 47 bis 65 cm Kopfumfang) für 299.- Euro bei autorisierten GIRO Händlern erhältlich.

Ein sinnvolles Zusatzfeature in Zeiten wo alles per Video festgehalten wird, ist das zweite Visier mit integriertem Go Pro Kamera-Mount. 

Jeder, der sich schon mal abgemüht hat die ideale Stelle zum Anbringen der Klebebands zu finden, weiß wie nervig das sein kann. Daim Lieferumfang enthaltenen Zusatz-Vier macht ein für allem mal Schluß damit und platziert die Kamera an der best möglichen Position. Außerdem sieht so man nicht aus wie ein Teletubby. Die Kamera ist schön aufgeräumt unter dem Visier montiert und sorgt so für eine clean Optik ohne die gefürchtete „Teletubby-Optik“, wenn die Kamera wie eine Antenne oben auf dem Helm prangt.
Ob das Blickfeld dadurch in einer tiefen Visierposition beeinträchtigt wird und ob das Ganze auch mit Goggle funktioniert, werde ich noch für euch herausfinden.

Ich bin jedenfalls schon gespannt wie sich der GIRO Switchblade MIPS im Praxistest schlägt. Die Features finde ich aufs Erste recht vielversprechend und auch der erste Eindruck zur Passform ist sehr positiv. Bald mehr dazu.

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GIRO Terraduro Mid

Das zweite Testprodukt ist der  Terraduro Mid – ebenfalls neu für 2017. Er ist damit der dritte Schuh in der Euro-Reihe nach dem ursprünglichen Terraduro und dem Alpineduro. Nachdem mich die ersten beiden bereits im Test begeistert haben und bis heute zu meinen liebsten Bikeschuhen gehörten, bin ich richtig gespannt, wie sich die neue Mid-Top Version des Schuhs in der Praxis schlagen wird. IN Anlehnung an den klassischen Terraduro soll der Mid dessen Einsatzbereich aber noch erweitern und sowohl für Bergabenteuer jeder Art geeignet sein wie für den ambitionierten Enduro-Renneinsatz.

Optisch ist die Verwandtschaft zum Terraduro unverkennbar. Aber durch den höheren Schaft und die geschlossen eZunge sollen sowohl der Schlag- als auch der Wetterschutz erweitert werden.

Durch die geschlossene Konstruktion mit höher geschnittenem Schaft und doppelter Zunge soll die Mid-Version aber besonders bei nasser Witterung noch besseren Schutz bieten. Natürlich dient der hohe Schaft und die Knöchelpolsterung auch der zusätzlichen Abstützung des Springgelenks und dem Schutz.

Auf der Innenseite ist der Schaft stabiler ausgeführt. Auf der Außenseite war auch der Erhalt der Bewegungsfreiheit ganz wichtig.

Wie der vorher gefahrene BONTRAGER Rhythm MTB wirkt auch der GIRO Terraduro auf den ersten Blick so als wäre nur die Innenseite höher gezogen. Das liegt daran, dass das Evofiber-Außenmaterial nur hier den gesamten Schaft abdeckt – der höheren Abreibfestigkeit und Stabilität wegen. Aber auch außen ist der Terraduro Mid knöchelhoch. Hier besteht der Schaft allerdings aus einem atmungsaktiven Ariaprene-Material – eine Art geprägtes Neopren – dessen primäre Funktion der Schlagschutz ist,  ohne dabei die Bewegungsfreiheit einzuschränken.

Statt Ratschenverschluss und Klettverschlussbändern wie beim Original GIRO Terraduro oder einer BOA-Schnürung wie beim BONTRAGER oder findet man am GIRO Terraduro Mid eine klassische Schnürung. Das mag auf den ersten Blick wenig technisch wirken, aber gerade was die präzise Passform angeht, ist die klassische Schnürung auch heute noch unangefochten. Außerdem lässt sich so ein Schuh konstruieren, dessen Schnürung komplett unter der zusätzlichen äußeren Zunge verschwindet. Diese erhöht den Wetter- und Nässeschutz. Auf der Innenseite ist sie fest vernäht, auf der Außenseite wird sie mit zwei Kletts gesichert. Ein weiteres Merkmal ist die wasserdichte, von innen verklebte Cleat-Öffnung, die auch an diesem neuralgischen Punkt Feuchtigkeit und Nässe keine Chance lässt. Damit sollte auch langen Touren im Herbst nichts im Wege stehen.

Die VIBRAM Gummisohle ist die gleiche, wie bei den anderen Schuhen der Euro-Reihe und hat sich bereits unter den verschiedensten Bedienungen bestens bewährt.

Die Zwischensohle ist durch Nylonfasern verstärkt und stellt laut GIRO den idealen Kompromiss aus Effizienz und Kraftübertragung beim Pedalieren und doch guten Laufeigenschaften bilden – im Vorfuß flexibel genug für viel Sicherheit auf Schiebe- und Tragepassagen und im übrigen Fuß effizient, damit jedes Watt Tretenergie auch wirklich dem Antrieb zugute kommt. Auf den ersten Kontakt würde ich die Sohlensteifigkeit etwa in der Mitte zwischen dem doch recht steifen BONTRAGER Rhythm MTB und dem zuletzt getesteten CUBE AM Pro ansiedeln. Genau wie der niedrig geschnittene Terraduro verfügt auch die Mid-Top Version über eine griffige, wenn auch nicht allzu aggressive VIBRAM Außensohle. Der verstärkte Zehenraum soll vor Stößen und Schlägen schützen.

 

Es gibt den GIRO Terraduro Mid in insgesamt 3 Farbvarianten. Neben der hier gezeigten blau-schwarzen Variante, gibt es den auch in der bereits legendären Vermillion-Schwarzen Farbe und ganz dezent in dunkelgrau-schwarz. Bei den Größen bietet Giro den Terraduro Mid von 39 bis 50 (!) an, mit halben Größen zwischen 39 und 47. Unser Testpaar in Gr. 45 wiegt ordentliche 450 g (ohne Cleats). Der empfohlenen VK des GIRO Terraduro Mid liegt bei stattlichen 190,- Euro. Jetzt werden zuerst einmal die SPD-Cleats montiert und dann geht es damit auf den Trail. Bald mehr von unseren Praxiseindrücken zum GIRO Switchblade MIPS Helm und dem GIRO Terraduro Mid Schuh.

RIDE ON,
Ch.W & c_g