NEWS – Quarq bringt elektronische Set-Up-Hilfe ShockWiz: von c_g

Was wäre wenn ein Lineal und dein Popometer nicht mehr deine einzigen Hilfsmittel wären ein optimales Fahrwerks-Setup zu finden, sondern dein Federung selbst dir sagen würde was man noch verbessern könnte? Das soeben offiziell vorgestellte ShockWiz der SRAM-Tochter Quarq übernimmt zwar nicht die Einstellung selbst, sagt dir aber ganz genau an welchem Parameter man noch etwas verbessern kann. Ein Traum für jeden der schon immer wissen wollte wie gut seine Federung wirklich eingestellt ist, jeden der sich beim Setup grundsätzlich immer unsicher ist und jeden, der sich gefragt hat ob man nicht noch mehr Performance aus den Serienfederelementen herausholen könnte!

QUARQ SchockWiz – diese kleine Kästchen soll in Zukunft das Fahrwerks-Setup erleichtern und verbessern.

Die grundsätzliche Idee und Technologie wurde von dem Australier Nigel Wade entwickelt, der den Prototypen mit seiner jungen Firma Dusty Dynamics gebaut und die Produktion per Kickstarter 2015 sehr erfolgreich finanziert hat. Die SRAM Tochter Quarq, deren erklärte Aufgabe ja die Integration von elektronischen Bauteilen ins Bike ist (Powermeter usw.) hat die Technologie Anfang 2016 aufgekauft und das Produkt zur Serienreife geführt. Die zugrundeliegende Analyse-Software wurde dabei intensiv getestete und mit Hilfe von Bikern aller Schichten und Kategorien entwickelt – vom Anfänger ohne jede Vorkenntnisse bis hin zu EWS oder Downhill Profi.
Die insgesamt 509 Unterstützer der Kickstarter Kampagne wurden bereits im Herbst’16 beliefert und mit dem heutigen Tage findet die offizielle Vorstellung und Markteinführung statt.

Wahlweise am Dämpfer oder der Federgabel angebracht, analysiert und bewertete ShockWiz die Federungsperformance während der Fahrt.

Wie genau das System zu den Vorschlägen kommt ist bisher noch nicht kommuniziert, die zugrunde legende Messmethodik ist aber recht einfach. Im Grunde ist ShockWiz nicht viel mehr als eine hochpräzise Druckmessdose welche man an die seine Luftfedergabel oder den (Luft-)Dämpfer anschließt (siehe Bilder oben) und die dann jede Druckveränderung beim Fahren 100 mal pro Sekunde misst und die Ergebnisse im integrierten Mikroprozessor systematisch analysiert. Daraus kann ShockWiz dann das Verhalten der Federung beurteilen. Über die Smartphone-App (für Apple und Android basierende System, bereits verfügbar) und per Bluetooth mach ShockWiz dann dem Biker leicht nachvollziehbare präzise Änderungsvorschläge. Das verblüffende dabei ist, dass ShockWiz alle Aspekte der Federung ansprechen kann, also nicht nur die Federung sondern auch die Dämpfung und sogar ob man die Progression mittels Volumen-Spacer noch optimieren sollte!
Weil das System das Federungsverhalten anhand des reale gefahrenen Geländes analysiert, berücksichtigt es damit auch den persönlichen Fahrstil. Wie genau das System die Bewertung vornimmt, wie die hinterlegten Algorithmen arbeiten, wurde bisher noch nicht genannt – lediglich, dass man zwischen vier Fahrstilen wählen kann (“Efficient”, “Balanced”, “Playful” und “Aggressive”).

  

Während die eigentliche Technologie samt Prozessor in dem kleinen, gerade mal 45 g schweren Kästchen steckt, ist die ShockWiz App die eigentliche Schnittstelle zum Biker. Weil die App aber nur die Ergebnisse kommuniziert muss man das Smartphone zur Analys noch nicht einmal dabei zu haben. Im Grunde reicht es wenn man nach einer Runde zuhause die Ergebnisse abruft und gegebenenfalls Änderungen im Setup vornimmt. So wie es klingt, erübrigen sich damit die stupiden Wiederholungen einer stupiden Testrunden und man kann das optimale Setup, quasi „nebenbei“ finden.

  

Anders als man vielleicht zuerst glauben möchte, soll ShockWiz ein Instrument sein, das jeden Biker nutzt, unabhängig vom Fahrstil, vom Federweg des Bikes oder dem Gelände – egal ob Hardtail oder Fully.
Weil die ShockWiz Einheit universell mit den allermeisten luftgefederten Federelementen kompatibel ist (Ausnahmen siehe unten), kann man mit einer Einheit sein eigenes und auch die Bikes von Teamkollegen und Freunden abstimmen – Federelement für Federelement. Wer sein Fully-Fahrwerk auf einmal abzustimmen möchte, müsste sich zwei Einheiten zulegen – eine Option, die angesichts des UVPs von immerhin 419.- Euro (pro Einheit) aber wohl nur wenige nutzen werden.

Uns wurde bereits eine ShockWiz-Einheit zum baldigen Test zugesagt und ich kann offen gestehen, dass ich angesichts der bisher veröffentlichten Informationen sehr gespannt bin wie sich das System im Praxistest schlagen wird, ob die Software wirklich al das leistet, was hier versprochen wird und wie SchockWiz mein über die Jahre gereiftes Popometer beurteilen wird.

RIDE ON, c_g