ROVAL Carbon Control 29er Laufräder – Zwischenstand & Oli´s Abschluss: von Oli

Hatte ich schon gesagt, dass ich die ROVAL Carbon Control 29er Laufräder großartig finde? Seit beinahe sechs Wochen bin ich auf ihnen unterwegs und das Biken macht mit ihnen einen riesen Spaß. Erstmal muss ich aber auch noch sagen, dass sie für meinen Geschmack klasse aussehen. Sie sind schön verarbeitet und das dezente und doch voluminöse Design der Carbonfelgen zaubert mir auf jeder Ausfahrt und besonders während der Pausen ein Grinsen ins Gesicht.

Auch dass jede Seite anders eingespeicht ist, trägt dazu bei. Die Laufräder wirken durchdacht und für ihren Einsatzzweck wie gemacht. Das eingangs so detailliert besprochene „hornlose“ Felgendesign hat sich als vollkommen unproblematisch herausgestellt  … simpel, effektiv und ohne funktionale Nachteile – so mag ich das.

 

Doch halt: Was ist nun wirklich der Einsatzzweck der ROVAL Carbon Control Laufräder? Oder andersrum: Für was sind sie nicht geeignet? SPECIALIZED selber ordnet sie zwar in die XC-Race Kategorie ein, spricht aber offen über die sehr guten Nehmereigenschaften auch im Trail- und All-Mountain-Einsatz.

Hier die Eckdaten:

  • MIt knapp 1600 g sind sie leicht – leicht genug für einen XC-Race-Einsatz (kein AC-Race oder ROVAL Carbon SL „superleicht“, aber sehr leicht)
  • Die Beschleunigung ist großartig – zumindest auf gleichem Niveau mit anderen gleich schweren Laufrädern
  • Sie sind stabil (zumindest haben sie 2 Wochen harten Trailseinsatz in USA unter c_g und lange unter mir klaglos weggesteckt).
  • Sie sind steif, jedoch nicht hart (mehr dazu weiter unten).
  • Sie sind breit (22,5 mm Maulweite) … damit und geeignet für richtig breite 29er Schlappen.

Vergesst den Gewichtsfetischismus an Rahmen oder anderen Anbauteilen. Vor allem, wenn Ihr – wie ich – über achtzig Kilo wiegt. Die Laufräder sind’s, die ein Rad spritzig machen – nicht so sehr wie schwer der Rest ist.

Und was die Breite angeht: Ich hätte sie gerne auch mal mit einem 3.0er SURLY Knard getestet. Beim letzten Bikefestival am Gardasee im Mai habe ich einen Knard schon mal auf einer Crest Felge montiert gesehen und das fand ich interessant. Hat jemand von euch Erfahrungen mit einer ähnlichen Kombi?

Mittlerweile habe ich sie ja ausgiebig auf meinem NINER Jet9 Fully und dem NINER AIR9 Hardtail getestet, doch nach einem Umbau auf das SINGULAR (Stahl-) Hardtail hatte ich einen solchen Aha-Effekt erlebt, dass ich aus dem Staunen kaum rauskam. Es klingt komisch, aber  wirklich: mein SINGULAR Swift Stahlrahmen und die ROVAL Carbonlaufräder waren für mich eine ideale Kombination. Am  100 mm NINER Fully und auf dem Alu-Hardtail waren die ROVALS sehr gut, aber auf dem SINGULAR Swift waren sie unschlagbar.

In den Wochen, seit ich nun auf ihnen unterwegs bin sind sie mir durchweg positiv in Erinnerung geblieben. Die Oberfläche ist (carbontypisch) etwas empfindlich gegen Kratzer, sie haben aber an Steifigkeit keinerlei Schwächen gezeigt.

Die Speichen sind – wie schon im Intro beschrieben – sehr straff gespannt und manchmal kann es auch zu sonderbaren Geräuschen auf dem Trail kommen: Ein leichtes „Ploing“ – ich weiß es auch kaum anders zu beschreiben. Es ist wie ein Verrutschen der Speichen im Nippelloch oder entlang der anderen Speichen. Die Speichenspannung ist jedoch immer noch wie am ersten Tag. Und wenn wir schon bei den Geräuschen sind: das bereits im Intro genannte Klackern des Freilaufs der DT Swiss Naben begleitet einen immer. Überall. Und so praktisch es ist beim Annähern an Wanderer oder langsamere Bikerkollegen ist, so anstrengend kann es im Alltag sein. Wer das DT-typische Geräusch mag … gut. Wer nicht, den beginnt das Knattern im Leerlauf bald zu nerven.

Aber nochmal: Die Laufräder machen Spaß denn bis auf die Geräusche vom Freilauf und das gelegentliche Speicheklirren funktionieren sie absolut sorgenfrei und auf höchstem Niveau. So etwas Spritziges und gleichzeitig zuverlässig, haltbares habe ich bei 29er Laufrädern schon lange nicht mehr erlebt.
Und nach den Ankündigungen für 2014 hat auch SPECIALIZED es nicht mehr geschafft die  ROVAL Control Carbon 29er Laufräder für 2014 zu verbessern, denn bis auf den Wegfall der OS24/OS28 Schnellspannstandards (und ein paar weniger Speichen bei der SL-Version) scheinen sie unverändert in das kommende Modelljahr zu gehen. Wäre nur noch zu wünschen, dass die   z. T. nervigen Knackgeräusche bei harter Gangart  wegfallen.

Was jetzt im Testprocedere der ROVAL Carbon Laufräder noch aussteht ist Härtetest auf alpine All-Mountain Trails unter c_g der dann den Abschlussbericht zu den „erschwinglichen Carbonlaufrädern“ aus dem Hause SPECILAIZED abrunden wird.

Oli