MI:TECH Epsilon – Erster Eindruck: von c_g

Trotz Schnee und Dauerfrost auf unseren heimischen Trails haben wir es uns natürlich nicht nehmen lassen das MI:TECH Epsilon auf ein paar winterliche Ausfahrten mitzunehmen. Leider mussten wir schnell feststellen, dass diese Eindrücke unter mehr als sub-optimalen Trailverhältnissen nur vorsichtige Aussagen über das Bike zulassen, aber ein paar Dinge lassen sich trotzdem schon jetzt sagen:

Zuerstmal zur Sitzposition: Das Epsilon kam zu uns selbst bei dem Medium Rahmen mit einem serienmäßig sehr langen effektiven Oberrohr von 625 mm. Das liegt zwar noch innerhalb meines Komfortbereichs, war aber zusammen mit dem montierten Cockpit bestehend aus 780 mm SYNTACE Lowriser Lenker und dem 105 mm Vorbau doch recht wirklich unhandlich und für meinen Geschmack auch zu gestreckt und hoch. Mit einem 720 mm breiten 3T Extendo Team Lenker ohne Rise und einem 80 mm Vorbau war das jedoch schnell korrigiert und eine gute sportliche Sitzposition gefunden.

Das Set-Up des Epsilon ist wie gewohnt, den Sag am Dämpfer und Gabel einstellen, die Zugstufe grob justieren und fertig … zumindest für den Anfang. Es ist zu früh wirklich näher auf die Heckfederung einzugehen, dazu fehlt es im Schnee klar an Feedback und vom Traktion. Dem ersten Eindruck nach würde ich aber schon sagen, dass der Unterschied in der Federungsperformance zwischen Sitzend und Stehend sehr wohl spürbar ist. Im Sitzen wirkt das Heck unglaublich sensibel und aktiv (für meinen Geschmack sogar etwas zu aktiv), stehend geht es deutlich straffer zu.

Mal sehen was der Hinterbau bei einem wirklich optimalen Set-Up hergibt – das wir aber zuerst rausfinden müssen.
Bereits jetzt steht fest, dass das MI:TECH Epsilon sich anders fährt, wie jedes andere 29er Fully, das wir kennen.

Noch eine Anmerkung zum Gewicht. Mit einem Gesamtgewicht von 14,6 kg (mit XT Pedalen) ist das Epsilon sicher kein spritziges Bike. Bei Anstiegen merkt man sehr wohl, wie die Gravitation einen daran hindern will, zügig nach oben zu kommen. Komischerweise ändert sich das schlagartig, wenn man aus dem Sattel geht – plötzlich fühlt sich das Epsilon deutlich leichter an und fährt sich spürbar spritziger. Die Eigenschaft hängt sicherlich auch mit dem Antriebsschwingenkonzept zusammen – eine schlüssige Begründung habe ich dafür aber noch nicht.

Die ersten Runden ergaben einen sehr steifen und präzisen Alu-Rahmen – Rahmenbau at it´s Best. Die Geometrie wirkt neutral und unauffällig. Einzig das sehr lange Heck sticht heraus, da es einerseits unglaubliche Ruhe in Anstiege und schnelle Geradeausfahrten bringt, andererseits auch die Handlichkeit beeinträchtigt und richtig viel Einsatz beim anheben des Vorderrades erfordert.

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Zum PINION P1:18 Antrieb komme ich in einem spätere Artikel noch im Detail – nur soviel: Bereits auf den ersten Trailrunden fiel mir der recht große Leerlauf des PINION Getriebes auf. Der Leertritt beim Antritt kann bis fast 20° sein, groß genug dass es selbst jemanden der hier nicht penibel ist (wie mir) im technischen Gelände auffällt. Aktuell finden wir dies etwas störend … mal schauen, ob wir uns im Laufe des Tests daran gewöhnen.

Der Drehschalter geht durch seine 18 extrem gleichmäßigen Gangsprünge in nicht ganz einer 330° Drehung. Zwar könnte man alle Gänge auf einmal durchschalten, in der Praxis muss man dafür aber mehrfach nachgreifen. Positiv: Man kann alle Gänge auch im Stehen durchschalten. Die Schaltkräfte sind unbelastet etwa höher wie mit anderen Schaltungen, nehmen aber unter Pedaldruck stark zu. Ein Schalten unter Teillast ist gerade noch möglich, unter Volllast geht gar nichts mehr. Außerdem sind die Schaltkräfte nicht bei allen Sprüngen gleich – ein Attribut der hintereinandergeschalteten Getriebestufen.

Irgendwelche Reibungsverluste oder Widerstände konnten wir bisher noch nicht verzeichnen, aber auch hier lässt der knirschende Schnee nur begrenzte Schlüsse zu.

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Der GATES Center Track Riemenantrieb blieb bei den ersten Fahrten im allerbesten Sinne unauffällig. Kein Durchrutschen, Springen oder Quietschen – genauso wie wir es uns gewünscht hatten.

Soweit zu den ersten noch sehr oberflächlichen Eindrücken zum MI:TECH Epsilon Fully mit PINION und GATES … bereits jetzt eines der ungewöhnlichsten Bikes des Jahres 2013.

Bald mehr hierzu,
c_g