DT-SWISS Produktvorstellung´13: von c_g

Und das Neuheitenkarusell dreht sich weiter – diesmal waren wir zur Präsentation von DT-SWISS und SCHWALBE in die Schweiz. Für alle die, sich schon mal gefragt haben woher der Name DT-SWISS kommt hier die Auflösung:

                • D steht für „Drahtwerke
                • T steht für „Tréfileries“ (franz. für Drahtwerke)
                • SWISS für die Schweiz als Heimatland der Firma.

Die 2-fache Nennung von „Drahtwerke“ bezieht sich auf die komplette Zweisprachigkeit (deutsch und französisch) der Stadt Biel in der die Ursprünge und bis jetzt das Hauptquartier (mit Management, Entwicklungs-, Design- und Testabteilungneben) von DT-SWISS liegen.
DT-SWISS (dessen Ursprünge als „United Wireworks) mehrere Jahrhunderte zurückreichen, begann als eigenständige Firma im Jahr 1995 mit der Herstellung von Speichen und hat im Laufe der Jahre immer weitere Komponenten hinzugefügt (Nippel, Naben, Felgen) bis sie in der Lage waren ihre komplett eigenen Laufräder zu produzieren. Damit ist DT-SWISS die einzige Firma weltweit, die jede einzelne Komponente ihrer Syemlaifräder komplett selber entwickelt, fertigt und aufbaut. Für den 29er Markt war der Einstieg zuerst zögerlich mit ein paar Felgen, dann einem Mittelklasse-Laufradsatz M1800 29 (hier getestet – in engl.) und für 2012 mit dem aktuell im Test befindlichen High-End XM1550 TRICON 29 Laufradsatz (hier) und den „Race-only“ XRC 950 T 29 (Schlauchreifen-LRS).
Ein weiteres Standbein von DT-SWISS ist die Federungstechnologie, die man seit 2001 mit eigenen Dämpfern und mit dem Aufkauf der Federungstechnologie von PACE auch mit eigenen Federgabeln bedient. Der treue Leser weiß, dass wir aktuell eine solche Gabel, die XMM 100 29 im Test haben (hier).

 Soweit zur Vergangenheit, doch nun zu den für uns 29er Fans interessanten Neuheiten:

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SPLINE -Systemlaufräder:

Für 2013 führt DT-SWISS eine komplett neue Laufradfamilie ein, die manche der konventionellen Laufräder ablösen wird – die SPLINE Laufräder.
SPLINE steht für (Staight Pull Line). DT hat bereits seit Jahren für andere Firmen derartige Naben und Laufräder gefertigt, bietet sie aber jetzt erstmals unter dem DT-SWISS Label an. Die Laufräder basieren auf speziellen Naben für gerade Speichen und tubeless ready Felgen (alle 18 mm Maulweite und 28 Loch). Alle Naben sind über den Wechsel der Endkappen zwischen 9/100 mm (VR)  & 135/10 RWS Schnellspanner (mit Alu-Hebeln) und 15/100 & 12/142 mm Steckachsen leicht umrüstbar.

Als 29er wird es 3 Klassen geben, die sich in der Güte der Einzelkomponenten und damit dem Gewicht/Preis unterschieden.

Der Top-End XR 1450 SPLINE 29 mit wirklich guten 1555 g für den Satz, wird mit edelsten Messerspeichen, geschweißten Felgen und dem bewährten Zahnscheibenfreilauf aufwarten. Dieser für den leistungsorintierten Racer ausgelegte Laufradsatz ist komplett in weiß gehalten und war am im Laufe der Vorstellung gefahrenen Demo-Bike montiert, doch mehr dazu später.

 

Als nächstes folgt der X 1600 SPLINE 29 Laufradsatz, der bei ebenfalls respektablen 1770 g, allerdings mit gesteckter Felge, konifizierten Rundspeichen und etwas einfacheren Naben (aber noch mit Zahnscheibenfreilauf) den performance-orientierte Allround- / Tourenbiker ansprechen soll.

 

Als letzter im Bunde ist der X 1900 SPLINE 29, der mit geraden Speichen, einem Standard-Freilauf in der 6-Loch Nabe und einfacheren Felgen, der zwar etwas an Gewicht zulegt (angegeben: 2027 g), aber weiterhin eine sehr gute Langlebigkeit und optimale Steifigkeit mit einem „sehr konkurrenzfähigen“ Preis verbinden soll.

Wie auch bei den anderen 2013er Produkten, standen auch hier noch keine Preise fest.

Anders als erwartet (insbesondere nach dem Paukenschlag-Sieg von Nino Schurter auf seinem 650b SCOTT Scale), wird es für 2013 lediglich einen 650b Laufradsatz geben, nämlich den M 1700 SPLINE 650b, mit 1785 g einer 6-Loch-nabe mit Zahnscheibenfreilauf  und einer 19,5 mm (Maulweite) breiten gesteckten Felge.

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Naben, Speichen und Felgen:

Für Liebhaber von Custom-Laufrädern besonders interessant, sind die  240S & 350s Straight Pull Naben, die als Schnellspann- und Steckachsversion (umrüstbar) verfügbar sein werden. Spezielle Straight Pull-Speichen aus der Competition-Familie (2,0-1,8 mm) gibt es ab 2013 ebenfalls dazu. Auf die vermehrte Nachfrage nach Steckachsnaben auch im XC-Segment reagiert DT-SWISS indem man für ´13 auch die Top-Nabe 180 Carbon Ceramic als Steckachsversion einführt.

Das Felgensortiment bleibt unverändert und es wird weiterhin die XR 400 29 (450 g,) als Top-Version und die X470 (470 g, ehemals X 430 29 genannt) für Cross-Country und leichtere Fahrer (je bei 18 mm Maulweite) und die XM490 (500 g, , ehemals X450 29 genannt) und M 520 (520 g, ehemals M480 29) mit je 19,6 mm Maulweite für Tour bis All-Mountain und schwerer Fahrer geben.

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Dämpfer- / Federgabel-News

Ebenfalls neu uns eine (etwas späte) Antwort auf die erfolgreichen Plattformdämpfer von ROCK SHOX und FOX ist der DT-SWISS X 313 Cross Dämpfer. Er hat zu der bereits beim M 212 vorhandenen Reboundeinstellung und Wahloption zwischen OFFEN und LOCK-OUT nun auch noch einen DRIVE Mode (mit stärkerer Low-Speed Dämpfung, oder Plattformdämpfung).
Leider hatten wir nur kurz Gelegenheit ein dementsprechend ausgerüstetes Bike zu fahren (allerdings mit vielversprechendem Eindruck), hoffen aber auf einen Test-Dämpfer in den kommenden Monaten.

Als echte Weltpremiere bekamen wir außerdem den komplett neuen X313 Carbon Dämpfer zu sehen, der mit identischem Innenleben, aber mit Carbon-Gehäuse und gewichtsoptimierten Kleinteilen gerade mal 145 g (165 mit Lenkerfernbedienung) auf die Waage bringt.

In Sachen 29er Federgabeln ließt man bei DT-SWISS auch die Zeichen der Zeit und ergänzt die Palette der XMM 29er Gabeln (wahlweise 100 oder 120 mm) noch um eine Top-Version, die erstmal den leichteren Carbon-Gabelschaft und –Krone mit einem 15 mm-Steckachsunterteil kombiniert. Das angegeben Gewicht hierzu liegt bei 1632 g (100 mm) bzw. 1647 g (120 mm).

Die als Prototyp gezeigte (und vom Team SWISSPOWER bereits gefahrene) 650b Gabel wird es 2013 noch nicht in Serie geben.

Das Foto zeigt Florian Vogel´s  650b Racebike mit der Gabel und Tubular-Laufrädern.

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Detail-Verbesserungen:

Kleinere, aber keineswegs unwichtige wichtige Details sind die nächste Entwicklungsstufe der Lenkerfernbedienung, mit der man auf die Kritik der Tester reagiert. Mit leicht veränderter Konstruktion ist dieser nun viel weniger empfindlich, lenkerschonender in der Monatge (über Gummi-/Kunststoff-Inserts), aber noch genauso leicht (11 g!) und genauso klein (6 mm Breite!) wie bisher.
Auf das auch in unserem Test der XMM-Federgabel aufgetretene schlechte Federungsverhalten bei extrem niedrigen Temperaturen (wir sind damit bei -20°C gefahren J – hier) zu erzielen, hat man außerdem die oberen Dicht-Abstreifringe (samt Führung) leicht überarbeitet und setzt ein für DT-SWISS entwickeltes Spezialöl (genannt PANOLIN) für die Schmierung und Dämpfung ein. Nachdem das Öl die gesamte Federungscharaktersitk nochmals verbessern soll – hat man uns gleich vor Ort, das Öl in der Gabel ausgetauscht (mitsamt des Umbaus von Lenkerfernbedienung auf Hebel am Gabelholm) – doch darüber berichten wir beim nächsten Update unseres Federgabeltests.

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–> Morgen berichten wir über die parallel vorgestellten Neuheiten von SCHWALBE und die Testfahrt mit den XR 1450 SPLINE 29  Laufrädern auf einem STÖCKLI BERYLL Carbon RS 29.

RIDE ON,
c_g